Ein knapp eine Minute langes Video soll zeigen, dass in Syrien Kindern vorsätzlich Organe entnommen werden.
In dem Video sieht man ein weinendes Kind, welches zu einer Liege gebracht wird. Man sieht darin keine expliziten Inhalte. Das Kind weint, in den Räumlichkeiten liegen schwarze Säcke, in denen mutmaßlich Leichen liegen. Das Kind wird von Männern zu einer Liege geführt, wo es platziert wird und medizinisches Gerät herangebracht wird. Dann endet das Video. Was im Anschluss geschieht, sowie auch jegliche Handlungen aus dem Vorfeld bleiben unbekannt.
https://www.facebook.com/796182350/videos/10157606837967351/
Seit September wird dieses Video wieder verbreitet, doch bereits 2017 kam die Behauptung auf, dass es sich dabei um eine Organmafia in Syrien handele – auch der Verteiler des Videos behauptet das.
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Der Faktencheck
In dem Video sieht man oben links ein Wasserzeichen eingeblendet. Dabei handelt es sich um den Schriftzug „SMART“, welches zu der gleichnamigen Nachrichtenagentur „Smart News Agency“ gehört. Leider gibt es in dem Video keinerlei Offtext, der die Situation genauer schildert, wodurch natürlich Spekulationen in alle Richtungen entstehen.
Nach Angaben der „Smart News Agency“ hat das Video allerdings nichts mit einer Organmafia zu tun! Es zeigt Opfer eines Luftangriffs am 11. Dezember 2015. Dieser soll in einem Dorf (Kasabia) im Süden der Provinz Idlib geschehen sein und 6 Zivilisten getötet haben. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt.
Auch die Hilfsorganisation „Syria Charity“ klärte darüber auf, dass die Behauptungen zu dem Video falsch sind, kündigten zusätzlich an, das Mädchen in den nächsten Tagen zu besuchen. Die Organisation veröffentlichte kurze Zeit später auch ein englisch untertiteltes Video mit dem Mädchen und ihrem Vater:
https://www.facebook.com/ong.syriacharity/videos/1485837441436766/
Auch die Facebook-Seite „News um die muslimische Welt“ postete ein Foto von dem gesunden Mädchen:
https://www.facebook.com/newsrundumdiemuslimischewelt/posts/1285552828229227:0
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Fazit
Wir behaupten nicht, dass in der unsicheren Informationslage aus Kriegsgebieten ein Organhandel grundsätzlich ausgeschlossen werden kann (vergleiche hierzu: MDR “Flüchtlinge bieten eigene Organe zum Kauf an” oder TAZ aus 2011 „Der Organhandel blüht jetzt“), jedoch sieht man in dem geteilten Video keine syrischen Organhändler bei der „Arbeit“.
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

