Kopfschmerzen, blendendes Licht und der ständige Drang, sich in ein dunkles, stilles Zimmer zu verkriechen – wer Migräne kennt, weiß, wie qualvoll sie sein kann. Aber kann ein simples Rezept aus Zitronensaft und Salz wirklich Abhilfe schaffen, wie es in sozialen Netzwerken verbreitet wird?

Screenshot Facebook
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Begleiten Sie uns auf einer faktenbasierten Reise durch die Welt der Migräne-Mythen.

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen

Migräne ist nicht gleich Kopfschmerz. Die komplexe neurologische Erkrankung ist ein hartnäckiges Rätsel, das Wissenschaftler und Mediziner seit Jahren zu entschlüsseln versuchen. Die Symptome? Oft verheerend. Doch wie weit würden Betroffene gehen, um Linderung zu finden?

Virales „Wundermittel“ im Check

Die Versprechen sind verlockend: Ein einfaches Hausmittel, bestehend aus Zitronensaft, Himalayasalz und Wasser, soll den Migräneanfall im Nu stoppen. Wenn es nur so einfach wäre! Aber was sagen Experten zu diesem vermeintlichen Geheimtipp?

Die Fakten sprechen eine andere Sprache

Während viele verzweifelte Patienten nach natürlichen Heilmitteln suchen, sind sich Experten einig: Dieses Rezept ist nicht die Antwort. Professor Karl Messlinger, ein renommierter Forscher auf dem Gebiet, entlarvt die Fehlinformationen hinter dem viralen Trend: „Es gibt keinen wissenschaftlichen Anhalt dafür, dass Zitronensaft oder eine andere Säure die Migräne beeinflussen kann.“

Dies bestätigt auch Arne May, Professor für Neurologie und Leiter der Kopfschmerzambulanz am Uniklinikum Hamburg Eppendorf: „Das Himalaya-Salz, also Kochsalz mit gewissen Verunreinigungen, hat keinen Effekt auf die Migräne.“ Weiters nimmt er Bezug auf eine Studie, die Zitronensirup (ohne Salz) an Migräne-Patienten testete: „Laut der Studie soll Zitronensaft einen Effekt auf die Intensität der Schmerzen und die Dauer der Anfälle haben. Ich halte die Wirkung, wenn sie überhaupt existiert, aber für so schwach, dass ich sie nicht empfehlen würde. Wir haben Medikamente, die das Hundertfache an Wirksamkeit haben.“

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Die Forschung geht weiter

Trotz der eindeutigen Position von Experten bleibt die Migräneforschung ein lebendiges Feld. Neue Entdeckungen und Behandlungsansätze tauchen ständig auf. Doch es ist wichtig, immer auf der Hut zu sein und zwischen echter Wissenschaft und Internetmythen zu unterscheiden.

Fazit: Mythos entlarvt

MIMIKAMA

Die Wahrheit ist oft weniger spannend als die Mythen. Das „Zitronen-Salz-Wunder“ ist leider zu schön, um wahr zu sein. Obwohl es auf den ersten Blick eine einfache und natürliche Lösung zu sein scheint, hat die Wissenschaft bewiesen, dass es sich hierbei um einen Internetmythos handelt.

Das bedeutet aber nicht, dass es keine Hoffnung gibt. Die Forschung macht ständig Fortschritte und bietet Migränepatienten immer bessere und effektivere Behandlungsmöglichkeiten.

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Quelle:

AFP

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