Bekommt das Reichstagsgebäude einen Graben?

Neue Sicherheitsmaßnahmen am Reichstagsgebäude sorgen für Schutz und Kontrolle. Erfahren Sie mehr über die Pläne auf Mimikama und deren Hintergründe

Zaun und Graben – eine neue Sicherheitszone soll das Reichstagsgebäude in Berlin vor unkontrolliertem Zutritt schützen.

Wie Spiegel Online berichtet, plant der Bund einen 10 Meter langen und 2,5 Meter tiefen Graben auf dem Platz der Republik. Zudem soll ein Zaun rund um das Westportal des Parlamentsgebäudes errichtet werden.

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Auch der Bau eines neuen Informations- und Besucherzentrums des Bundestags mit einem Ausmaß von 6.600 Quadratmetern ist geplant. Es soll am Rande des Tiergartens entstehen und künftig alle Besucher kontrollieren, die das Parlamentsgebäude besichtigen wollen. Durch einen Tunnel gelangen bereits kontrollierte Personen dann zum Westportal des Parlaments.

Das Zentrum wird die Baracken ersetzen, die im Jahre 2010 nach einer Terrordrohung errichtet worden waren.

Aha-Graben bis Mitte 2023 anvisiert

Der Graben soll als so genannter Aha-Graben realisiert werden, der aus der Ferne nicht zu sehen ist.

„Wir gucken natürlich, ob solche Sicherheitsmaßnahmen auch aus städtebaulicher Sicht ins Bild passen“,

so eine Sprecherin der Berliner Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher.

Der Graben soll das Praktische mit dem Ästhetischen verbinden: Geplant ist ein Aha-Graben, der auf einer Seite mit einer Böschung und auf der anderen Seite mit einer unüberwindbaren Wand versehen wird. Aus der Ferne nicht zu sehen, soll er Erstaunen auslösen, sobald man direkt davor steht.

Der Ältestenrat des Bundestages hat für die neuen Sicherheitsmaßnahmen einen finanziellen Rahmen von 150 Millionen Euro festgelegt. Ob es dabei bleibt, ist noch unklar.

Nach Angaben des Bundesbauamtes soll die Planung bis Ende des Jahres dem Bundestag sowie dem Finanzministerium zur Genehmigung vorgelegt werden.

Kritik von Bundestagsabgeordneten

Laut Berliner Zeitung teilen sich die Meinungen zu den geplanten Sicherheitsvorkehrungen im Bundestag.

„Ich kann mich gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ein Graben zwischen Volksvertretern und der Bevölkerung gezogen werden soll“,

sagt die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Die Linke).

Liberale und Konservative zeigen sich währenddessen zustimmend zur geplanten Errichtung des Grabens und des Sicherheitszauns, der errichtet werden soll.

Weitere Quellen: WAZ
Artikelbild: Shutterstock / canadastock

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