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Sommerlager bieten Kindern digitalen Entzug

Kathrin Helmreich,

"Digital Detox" tut gut
"Digital Detox" tut gut

Weniger Stress und Mobbing – Jugendliche sehen Erfahrung ohne Smartphone sehr positiv

Teenager fühlen sich besser, wenn sie eine Auszeit von Smartphone und Internet haben können. Damit sie diesen „Digital Detox“ konsequent durchführen können, sind Sommerlager, in denen keine Smartphones erlaubt sind, besonders gut geeignet, wie eine Umfrage von Screen Education zeigt.

„Es handelt sich bei Sommerlagern um die einzigen Institutionen in unserer Gesellschaft, in denen unsere Kinder einen ‚Digital Detox‘ machen können. Die Umfrage zeigt, dass die Kinder selbst diese Auszeit extrem förderlich finden“,

meint Michael Mercier, Präsident von Screen Education.

„Die größte Herausforderung beim ‚Digital Detox‘ besteht darin, die Dauerablenkung durch digitale Medien zu durchbrechen. Dabei sind Sommerlager sehr erfolgreich. Hier wird am Anfang üblicherweise das Smartphone in einer Art Ritual abgeben. Das funktioniert nach dem Prinzip ‚Aus den Augen, aus dem Sinn‘. Das vereinfacht die Distanz zum Gerät“,

meint „Digital Detox“-Expertin Monika Schmiderer im Gespräch mit pressetext.

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Gemeinsamer Verzicht nimmt Angst

Für die Umfrage hat Screen Education 1.073 Probanden im Alter zwischen elf und 16 Jahren untersucht, die alle im Jahr 2018 durchschnittlich vier Wochen in Sommerlagern verbracht hatten. Fast alle Befragten (93 Prozent) fühlten sich erleichtert, weil sie im Sommerlager eine Pause von sozialen Medien hatten, 80 Prozent fühlten sich weniger gestresst, weil sie nicht mehr dem Druck ausgesetzt waren, auf dem neuesten Stand zu sein.

Schmiderer sieht es als großen Vorteil, dass Jugendliche in Sommerlagern gemeinsam auf Smartphones verzichten.

„Dadurch besteht auch keine Angst mehr davor, etwas zu verpassen, viel eher eine Freude darüber. Es ist sehr wichtig, dass solche Auszeiten entsprechend begleitet werden. Man sollte in dieser Zeit unbedingt Wissen und Kompetenz vermitteln, um danach distanzierter und gelassener die Welt der digitalen Medien zurückzukehren“,

erklärt die Buchautorin.

Ohne Smartphone mehr Unabhängikeit

Die Probanden freuten sich auch über mehr soziale Interaktion, die dazu noch angenehmer war als im Internet. 92 Prozent meinten, sie hätten dank der Abwesenheit des Smartphones mehr Menschen kennengelernt als sonst, mehr als die Hälfte erfuhren weniger Mobbing und Drama als zuvor. Fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten fanden, das Sommerlager wäre mit Smartphone eine schlechtere Erfahrung gewesen, nur acht Prozent meinten, es wäre dadurch besser gewesen.

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Viele der Befragten fühlten sich durch das Sommerlager unabhängiger, 90 Prozent sahen es positiv, dass sie eine Zeit lang nicht mit ihren Eltern sprechen konnten. Laut 62 Prozent der Probanden war dieser Umstand für die Eltern schwieriger als für sie selbst. Mehr als die Hälfte (62 Prozent) der Jugendlichen gab an, das Sommerlager hätte sie weniger abhängig von ihren Smartphones gemacht als Freunde, die nie in einem Lager waren.

„Die Begeisterung der Jugendlichen bedeutet, wir müssen weitere Wege finden, um sie zu einer Auszeit zu bewegen. Dafür braucht es auch Lösungen, die näher am Zuhause der Jugendlichen liegen und weniger kostspielig sind als Sommerlager“,

so Mercier.

Quelle: pressetext
Artikelbild: Shutterstock / Von Olesia Bilkei


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