Die Behauptung

Die Dokumentation „The Big Reset soll in seiner Gesamtheit beweisen, dass die Corona-Pandemie nichts anderes als ein großer Plan ist, um eine Weltregierung zu etablieren und die Menschheit zu versklaven.

Unser Fazit

„The Big Reset“ ist anzumerken, dass er in den Jahren 2020 und 2021 entstand – sämtliche Verschwörungsmythen darin sind schon längst widerlegt worden.

Es gibt Bücher, die in bestimmten Kreisen gerne genannt oder (falsch) zitiert werden, obwohl sie anscheinend nie gelesen wurden. „1984“ von George Orwell gehört dazu. Oder „Die Augen der Finsternis“ von Dean R. Koontz. Oder „The Great Reset“ von Klaus Schwab. Ein spanischer Regisseur namens „W“ („Q“ war wohl schon vergeben) drehte in den letzten zwei Jahren nun eine Dokumentation namens „The Big Reset“, dessen Titel auf das Buch Schwabs anspielt – doch auch „W“ hat das Buch sicher nicht gelesen und reiht nur einen Verschwörungsmythos nach dem anderen auf.

The Great/Big Reset – Der Mega-Verschwörungsmythos

In der Dokumentation „The Big Reset“ werden im Prinzip alle Verschwörungsmythen der letzten Jahre zu einem riesengroßen Verschwörungsmythos zusammengepresst, die alle miteinander als Beweis diesen sollen, dass die Corona-Pandemie und alles, was mit ihr zusammenhängt, nichts anderes als ein großer Plan ist, um eine Weltregierung zu etablieren und die Menschheit zu versklaven.

Es würde den Rahmen des Artikels sprengen, auf jede kleine Einzelheit einzugehen, doch einige Punkte werden wir ansprechen, als da wären:

  • PCR-Tests und deren Nachweisfunktion
  • Falsche Berechnungen der Letalität
  • Krumme Vergleiche mit Weißrussland und Schweden
  • Ivermectin und Chloroquin
  • Angeblich verbotene Autopsien
  • Event 201 und Bill Gates, der die Weltbevölkerung reduzieren will
  • Die Impfstoffe seien eine Gentherapie
  • Die Impfungen sollen magnetisch machen
  • Durch die Impfungen sei man durch Bluetooth ansteuerbar
  • Impfungen enthalten Graphenoxid
  • Die Agenda 2030 beweise den „Big Reset“

Doch bevor wir uns auf die Verschwörungsmythen stürzen, blicken wir noch einmal kurz auf das Buch, das immer erwähnt wird, aber niemand gelesen hat: „The Great Reset“ von Klaus Schwab.

Worum geht es in „The Great Reset“?

Im Juli 2020 veröffentlichte Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, zusammen mit dem Autor Thierry Malleret ein Buch mit dem Titel „Covid-19: Der Grosse Umbruch„. Es ist ganz offiziell überall im gut sortierten Buchhandel oder online erhältlich und ist nicht in Hieroglyphen oder in einer Geheimsprache geschrieben, es kann also wirklich jeder lesen, der möchte.

Und an dieser Stelle hakt es bei vielen: Es wurde oftmals nicht gelesen, sondern einfach nur der Name „Klaus Schwab“ und der Titel „The Great Reset“ genügt vielen schon, einen Verschwörungsmythos zu basteln und Zitate zu verbreiten, die in dem Buch gar nicht vorkommen.

Wer sich nun aber das Buch nicht kaufen möchte: Macht nichts, denn der Inhalt beruht auf dem Motto eines der jüngsten Treffen des Weltwirtschaftsforums (siehe HIER), in dem es um eine Zusammenarbeit globaler Akteure geht, um die direkten Folgen der COVID-19-Krise zu bewältigen: Nach der Pandemie solle global zusammengearbeitet werden, um die Weltwirtschaft insgesamt grüner und sozialer zu gestalten.

Laut Schwab ist die Corona-Pandemie eine Chance, die Weltwirtschaft neu zu überdenken und zu gestalten: Unternehmen sollten nicht mehr nur daran interessiert sein, ihre eigenen Gewinne zu maximieren, sondern anderen Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie Interessengruppen wie den eigenen Beschäftigten eine zentralere Rolle zu geben. In dem Buch wird diese nicht wirklich neue Idee als „Stakeholder-Kapitalismus“ bezeichnet, deren Umsetzung nun aber einfacher möglich sei und eine Chance biete, die Wirtschaft neu zu gestalten.

Oder kurz gesagt (für alle, denen die letzten Absätze zu langweilig waren): Ein Umdenken und eine Neugestaltung der Weltwirtschaft. Aber keine Einrichtung einer Weltregierung durch eine globale Elite oder ähnliches – das sind reine Fantasien von Verschwörungsmythikern.

Die Verschwörungsmythen in „The Big Reset“

Das für uns sehr Praktische an dieser spanischen Dokumentation: Sie erschien zwar jetzt erst im deutschsprachigen Bereich (einen Monat früher in Spanien), aber wurde zum größten Teil im Jahr 2021 produziert. Im März 2021 kursierte auch ein 18 Minuten langer Trailer (siehe HIER), um das Crowdfunding zu bewerben.

Bereits die befragten Experten *hüstel* sind ein Who-is-Wo der Verschwörungsmythen-Szene. Neben sehr vielen spanischen und einigen britischen Akteuren, die hierzulande eher weniger bekannt sind, kommen aus Deutschland Heiko Schöning, Reiner Fuellmich und Wolfgang Wodarg zu Wort – hinlänglich bekannte Impfgegner, die ihre teilweise sehr abstrusen Mythen wiederholen.

PCR-Tests und deren Nachweisfunktion

In der Dokumentation wird darauf hingewiesen, dass sogar eine Virologin bestätigt, der PCR-Test könnte Viren, und somit auch keine Infektion nachweisen.

Die Aussage stimmt in dem Sinne, dass PCR-Tests keine kompletten Viren nachweisen, jedoch ob sich Erbgut des neuen Coronavirus im Organismus befindet, es wird also getestet, ob man mit dem Erreger infiziert ist. Der PCR-Test zeigt nicht, ob der Erreger noch infektiös ist, also ob die Person noch ansteckend ist oder ob die Krankheit bereits stark abgeklungen ist.

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Das Coronavirus selbst wird nicht nachgewiesen (dazu wären die Tests viel zu kostenaufwändig und komplex), wohl aber „Trümmer“ des Virus.

Falsche Berechnungen der Letalität

Der Film relativiert die Zahl der Todesfälle durch Covid-19, indem er argumentiert, dass die Medien mit ihrer Kampagne der „Manipulation, des Terrors und der Erpressung“ die Menschen dazu gebracht haben, sich vor einer Krankheit zu fürchten, deren „weltweite Sterblichkeitsrate“ „weniger als 0,07 Prozent“ beträgt.

Diese Zahl ergibt sich, wenn man die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 in der Welt durch die Zahl der Menschen auf dem Planeten teilt. Diese Maßnahme berücksichtigt jedoch nicht die tatsächliche Inzidenz der Krankheit in der Bevölkerung, die sich mit ihr infiziert hat.

Der Grund dafür ist, dass „The Big Reset“ den Unterschied zwischen „Mortalität“ und „Letalität“ nicht kennt. Ersteres bezieht sich auf die Zahl der Todesfälle aus beliebiger Ursache in einer Gesamtbevölkerung. Letzteres bezieht sich auf die Zahl der Todesfälle im Verhältnis zur geschätzten Zahl der von einer Krankheit betroffenen Menschen.

Die Letalität bei COVID-19 schwankt je nach Land sehr stark. Zum Zeitpunkt 9. November 2022 lag die Letalität in Mexiko bei 4,92 Prozent, in Deutschland bei 0,44 Prozent (siehe HIER) – auf jeden Fall aber sehr viel höher als die genannten 0,07 Prozent.

Krumme Vergleiche mit Weißrussland und Schweden

In „The Big Reset“ wird behauptet, dass Weißrussland und Schweden während der Pandemie keine Beschränkungen auferlegt haben, was darauf hindeutet, dass sie von dem Coronavirus weitgehend verschont geblieben sind.

Diese Länder haben jedoch Einschränkungen vorgenommen. In Weißrussland leugnete Präsident Alexander Lukaschenko, der seit 1994 an der Macht ist, die Ernsthaftigkeit des Virus und empfahl „Wodka und Sauna“ zur Bekämpfung, während in öffentlichen Verkehrsmitteln das Tragen von Gesichtsmasken vorgeschrieben war und für Reisende Isolierungs- und Testmaßnahmen galten. Darüber hinaus hatten bis zum 16. Oktober 2022 67 % der impfberechtigten Bevölkerung einen vollständigen Impfplan gegen Covid-19 erhalten.

Schweden hat seinerseits eine flexiblere Strategie als andere europäische Länder gewählt, die jedoch ebenfalls Einschränkungen beinhaltete, die es später aufgrund der steigenden Zahl von Todesfällen durch die Krankheit geändert hat.

Ivermectin und Chloroquin

In „The Big Reset“ werden die Vorteile verschiedener Präparate zur Bekämpfung des Coronavirus, wie Ivermectin und Chloroquin, beschrieben.

Ivermectin ist ein Antiparasitikum, das zur Entwurmung von Pferden und Rindern eingesetzt wird und eine Zeitlang in manchen Kreisen als Alternative zur Behandlung von COVID-19 galt. In zahlreichen Artikeln widerlegten wir die Behauptung, eine große Studie von Anfang 2022 widerlegte endgültig dessen Wirksamkeit.

Ein Mittel gegen akute Malaria namens Hydroxy-Chloroquin wurde experimentell ebenfalls zur Behandlung von COVID-19 angewandt, war aber nicht sehr erfolgversprechend. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte „Chloroquin“ (also ohne das vorangestellte Hydroxy-) als eine Art Prävention gegen das Coronavirus genannt, was für ein Ehepaar schlimm endete: Sie entdeckte bei sich zu Hause ein Mittel mit dem Namen „Chloroquin-Phosphat“, hielten es für das von Trump empfohlene „Chloroquin“ und tranken es – dies ist allerdings ein hochgiftiges Reinigungsmittel für Aquarien.

Angeblich verbotene Autopsien

Es wird in „The Big Reser“ behauptet, dass die WHO Autopsien an COVID-19 Toten verboten habe.

Das Gegenteil ist der Fall. In den Richtlinien der WHO (siehe HIER, PDF-Datei) steht eindeutig , dass es möglich ist, eine Leiche zu autopsieren, bei der eine Infektion mit COVID-19 vermutet oder bestätigt wird. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung bestimmter Sicherheitsmaßnahmen, um jegliches Risiko einer Kontamination des Personals zu vermeiden, das diese Autopsien durchführt.

Zudem kann die WHO ihre Mitglieder nicht dazu zwingen, ihre Empfehlungen zu befolgen. Selbst wenn sie empfohlen hätte, keine Autopsien durchzuführen (was sie nie getan hat), hätte sie nicht die Macht, ihren Mitgliedern Autopsien zu verbieten.

Event 201 und Bill Gates, der die Weltbevölkerung reduzieren will

„The Big Reset“ widmet einige Minuten dem Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Bill Gates, der als ein Mann dargestellt wird, der „die Weltbevölkerung reduzieren“ will. Ferner wird behauptet, er habe die COVID-19-Pandemie im sogenannten „Event 201“ vorhergesagt.

Die Behauptung, Gates wolle die Weltbevölkerung durch Impfungen reduzieren, beruht auf einem Zitat in einem TED-Talk von 2010. Dort sagte Gates:

„Auf der Welt leben heute 6,8 Milliarden Menschen. Das steigt auf 9 Milliarden an. Wenn wir jetzt bei den neuen Impfstoffen, der Gesundheitsfürsorge und den Dienstleistungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit wirklich gute Arbeit leisten, senken wir diese Zahl um vielleicht 10 oder 15 Prozent.“

Der Hintergrund dieser Überlegung liegt nicht darin, dass Gates die Bevölkerung reduzieren möchte, sondern eine Verringerung des Bevölkerungswachstums anspricht.

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In einem offenen Brief aus 2009 hat Gates seine Überlegungen dazu bereits beschrieben: Je mehr Kinder geimpft werden, desto länger leben sie, und desto geringer fällt die Kindersterblichkeit aus. Eltern würden folglich weniger Kinder in die Welt setzen, um von ihnen später, wenn sie alt werden, unterstützt zu werden.

Dieser Denkansatz wird in einem Artikel der Zeitschrift „Forbes“ und in einem Interview mit „CNN“ von 2011 von Gates nochmals ausgeführt. Gates möchte also nicht die Bevölkerung reduzieren, sondern das Bevölkerungswachstum bremsen!

Mit dem Event 201 hatte Bill Gates direkt gar nichts zu tun, jedoch die Bill and Melinda Gates Foundation zusammen mit dem Johns Hopkins Center for Health Security in Partnerschaft mit dem Weltwirtschaftsforum. Dabei handelte es sich tatsächlich um eine Pandemieübung.

In dem Szenario ging es um die globale Ausbreitung eines Coronavirus in extremer Form, die an der Übung Anwesenden wollten damit Erkenntnisse gewinnen, wie politisch und wirtschaftlich auf eine solche Pandemie zu reagieren sei.

Die Übung wurde „Event 201“ genannt, da es jährlich etwa 200 Epidemien weltweit gibt und es nur eine Frage der Zeit war, wann sich eine der vielen Epidemien zu einer Pandemie ausweiten würde.

Aus jener Pandemieübung jedoch den Schluss zu ziehen, dass die jetzige Pandemie geplant sei, entbehrt jeder Grundlage, alleine schon, da die Schlussfolgerungen der Übung gar nicht so schnell durchgesetzt werden konnten und das neue Coronavirus glücklicherweise nicht so aggressiv wie in der Übung ist.

Die Impfstoffe seien eine Gentherapie

Mehrere Interviewpartner in „The Big Reset“ sind sich einig, dass die Impfstoffe, die in Rekordzeit gegen COVID-19 entwickelt wurden, „keine Impfstoffe sind“. Sie nennen sie „Gentherapie“ – weil sie angeblich das Genom des Empfängers verändern.

Dr. Vernon Coleman ist der bekannteste Verbreiter der Behauptung, dass die Impfungen eine „Gentherapie“ seien – allerdings behauptete er auch, dass es sich um „Massenvernichtungswaffen“ handele.

Wörtlich sagt Dr. Coleman in einem Video:

„Ich weiß, dass sie eigentlich nicht als Impfstoffe bezeichnet werden sollten … Aber wenn ich sie Gentherapie nenne, dann werden die Leute, die wir zu erreichen versuchen […], nicht wissen, wovon ich spreche.“

Eine Gentherapie bezeichnet die gezielte Veränderung von Genen durch rekombinante Nukleinsäuren in Zellen von Kranken. An der Methodik wird schon seit Jahrzehnten geforscht, jedoch gibt es erst seit 2016 eine erste zugelassene Gentherapie gegen die Immunkrankheit ADA-SCID.

Bei den COVID-19 Impfstoffen handelt es sich um mRNA- Und Vektor-Impfstoffe, die in keinster Weise auf das genetische Material (DNA) zugreifen. Die in der COVID-19 Impfung enthaltene mRNA produziert nur für einen gewissen Zeitraum das Spike-Protein und wird vom Körper natürlich abgebaut – die Zelle oder gar der Zellkern mit der DNA wird dabei überhaupt nicht verändert (siehe unsere Artikel HIER und HIER).

Die Impfungen sollen magnetisch machen

„The Big Reset“ zufolge zeigen einige geimpfte Personen Elektromagnetismus. Die Erklärung für die Tatsache, dass andere Personen nicht mit demselben Phänomen konfrontiert wurden, ist, dass sie „Placebos“ oder „abgelaufene Impfstoffe“ erhielten.

Angeblich soll der Magnetismus von Mikrochips herrühren, die in den Impfungen enthalten sein sollen.

Nun gibt es verschiedene Formen von Magnetismus, der Bekannteste ist der Ferromagnetismus, den wir eben beispielsweise von den Kühlschrank-Magneten kennen. Bei dem Silizium von Chips funktioniert dieser allerdings gar nicht, sie sind nicht ferromagnetisch, ganz abgesehen davon, dass auch die anderen Bestandteile der Impfung (mRNA, Lipide, Proteine, Salze und Zucker) nicht ferromagnetisch sind.

Die einfachste Erklärung (an der man auch merkt, dass alle, die den Videos glauben, in Physik nicht aufgepasst haben): Adhäsion.

Adhäsion, also die Erscheinung, dass zwischen den Teilchen verschiedener Körper anziehende Kräfte wirken (siehe HIER), beobachten wir beispielsweise bei Schultafeln, an denen die Kreide haften bleibt oder Farbe, die auf Holz haften bleibt – oder bei leichten metallischen Objekten auf der Haut.

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Ein zusätzlicher Faktor, warum ein Magnet oder eine Münze kurzzeitig haften bleiben, sind Schweiß, Fett und Öle auf der Hautoberfläche, die die Adhäsion verstärken – mit Ferromagnetismus hat dies jedoch absolut nichts zu tun!

Ein Beweis dafür, dass man aber einen Chip durch die Impfung injiziert bekommen hat, sind die diversen „Beweisvideos“ jedenfalls nicht (alleine schon, weil Silizium gar nicht magnetisch ist) – sondern nur der Beweis dafür, dass diese Leute in Physik nie aufgepasst haben.

Durch die Impfungen sei man durch Bluetooth ansteuerbar

Auch Bluetooth-Signale sollen Geimpfte laut „The Big Reset“ aussenden, was immer wieder auch durch dubiose Videos „bewiesen“ wird.

Der Vollständigkeit halber: Bluetooth ist eine drahtlose Technologie, die Kurzstrecken-Funkwellen verwendet, um Daten zwischen Geräten in einem kleinen Bereich auszutauschen. Es müsste also ein Chip mit der Impfung eingeschleust worden sein, der Bluetooth-Fähigkeiten mit sich bringt.

Gleich hier stellt sich uns die Frage, wenn es hierbei um Menschen geht: WO GENAU gibt man an einem Menschen den Passkey zur Bestätigung der Bluetooth-Kopplung ein, oder wo genau poppt das Fenster mit eingeblendetem Passkey auf, das man mit „Ja, los, kopple mich!“ bestätigen kann?

Ein russischer Hacker soll sich sogar live in den Chip gehackt haben, den Geimpfte ja angeblich mit jeder Impfung injiziert bekommen haben. Es handelte sich jedoch nicht etwa um ein Beweisvideo, sondern einfach nur einen Prank, den der russische „Hacker“ den Leuten spielt, die glauben, dass Impfungen Spionage-Chips enthalten!

Siehe dazu unseren ausführlichen Artikel hier: Russischer Hacker trackt live geimpfte Person? (Faktencheck)

Impfungen enthalten Graphenoxid

Graphen wird aus Graphit gewonnen, dem Baustein von Bleistiftminen. Es handelt sich um ein vielversprechendes Nanomaterial mit hoher elektrischer Leitfähigkeit, das seit 2021 Gegenstand zahlreicher Verschwörungsmythen ist und auch auf der Liste der Behauptungen von „The Big Reset“ steht. Es soll in COVID-19-Impfstoffen enthalten sein, die angeblich dafür verantwortlich sind, Menschen zu „magnetisieren“ und sie zu „kontrollieren“.

Es gibt tatsächlich experimentelle Studien darüber, Graphenoxid als potenzieller Trägerstoff in Impfstoffen einzusetzen (siehe HIER) oder sogar bei der Bekämpfung gegen Krebs einzusetzen (siehe HIER), doch von einer praktischen Anwendung ist diese Methode noch sehr weit entfernt, geschweige denn von einer Anwendung in den COVID-19 Impfstoffen.

Eine angebliche Studie und ein Video, welche Graphenoxid in Impfungen angeblich nachweisen, haben wir ausführlich in zwei Artikeln widerlegt:

Die Agenda 2030 beweise den „Big Reset“

Gegen Ende von „The Big Reset“ erwähnen sie die „Bedrohung“ durch die Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die angeblich eine globale Diktatur anstrebt, „in der das Wort Freiheit nur noch eine schöne Erinnerung ist“.

Bei der Agenda 2030 handelt es sich um 17 Ziele und 169 Vorgaben, die die Staats- und Regierungschefs der Welt bis 2030 erreichen wollen. Dazu gehören unter anderem: Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, bezahlbare und saubere Energie, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, nachhaltige/r Konsum und Produktion und Maßnahmen zum Klimaschutz.

Mit einem Big/Great Reset hat die Ageda 2030 also überhaupt nichts zu tun. Obgleich es bei beiden Themen Überschneidungen gibt, sind sie aber trotzdem nicht dasselbe:

  • The Big/Great Reset: Idee einer globalen Zusammenarbeit, um die COVID-19 Krise zu bewältigen, im gleichen Zug die globale Wirtschaft zu reformieren – Motto des World Economic Forums für eines ihrer Treffen
  • Agenda 2030: Ziele und Vorgaben, die die Staats- und Regierungschefs der Welt bis 2030 erreichen wollen

Die Agenda 2030 existiert zudem bereits seit 2015, jene Agenda war auch bisher nie ein Thema von Verschwörungsmythen, während „The Great Reset“ seit Mitte 2020 Verschwörungsmythiker beschäftigt.

Fazit

„The Big Reset“ ist anzumerken, dass er in den Jahren 2020 und 2021 entstand – sämtliche Verschwörungsmythen darin sind schon längst widerlegt worden. Auf einige kleinere Behauptungen gingen wir im Rahmen des Artikels nun nicht ein, jedoch sollten die obigen Ausführungen ausführlich genug sein, um aufzuzeigen, dass „The Big Reset“ eigentlich nur ein „The Big Schwurbel“ ist.

Artikelbild: Titelbild „The Big Reset“

Weitere Quelle:

AFP Factual

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