Erst in der letzten Woche kündigte das Neuralink Unternehmen von Elon Musk an, schon in einem halben Jahr erste Tests an Menschen durchzuführen. Allerdings kam es ebenso zu Vorwürfen seitens einiger Mitarbeiter des Chipunternehmens, zu unvorsichtig mit Tieren umgegangen zu sein und ihnen dadurch unnötiges Leid zugefügt zu haben. Kurz gesagt: Es sollen überstürzte Tierversuche stattgefunden haben, die unnötig viele Todesfälle mit sich brachten.
Hintergrundwissen: Neuralink
Die Neuralink Corporation wurde im Jahr 2016 durch den Milliardär und Unternehmensprofi Elon Musk gegründet, mit dem Ziel, das Gehirn von Menschen und Maschinen zu verknüpfen. Mit den Schnittstellen (in Form von Gehirnimplantaten) zwischen den menschlichen Gehirnen und der künstlichen Intelligenz von Computern will Musk Menschen helfen, wieder gehen zu können. Aber auch andere neurologische Erkrankungen wie z.B. Alzheimer, Demenz und Rückenmarksverletzungen sollen dadurch heilbar gemacht werden.
Viele Forschungen werden diesbezüglich zuerst anhand von Tieren getestet. So veröffentlichte das Unternehmen schon vor über einem Jahr ein Video, in welchem ein Affe vor einem Computer sitzt, der in der Lage ist, mit einem Gehirnchip und seinen Gedanken das Spiel „Pong“ auf dem Computer zu steuern.
Tierversuche – Vorwürfe aus den eigenen Reihen
Die betriebsinternen Vorwürfe zu den Tierversuchen blieben aber auch von den US-Behörden nicht unbeachtet, weshalb das US-Landwirtschaftsministerium Untersuchungen einleitete. Diese konzentrieren sich auf Verstöße gegen den Animal Welfare Act, der regelt, wie Forscher bestimmte Tiere behandeln und testen müssen, so berichtet die Internetseite Reuters.
In Dokumenten, die Reuters vorliegen wird davon gesprochen, dass der Druck, den Elon Musk auf seine Mitarbeiter ausübte, um die Entwicklung neuer Technologien voranzutreiben, schuld an den übermäßigen Tierversuchen war. Denn durch die starken Belastungen der Mitarbeiter kam es zu verpfuschten und fälschlichen Experimenten, die daraufhin wiederholt werden mussten, da der Forschungswert kaum gewinnbringend war. Die Zahl der getöteten Tiere erhöhte sich dadurch unnötig massiv, erklärten die befragten Mitarbeiter gegenüber der Nachrichtenagentur.
Ein Mitarbeiter schrieb in einer von Reuters eingesehenen Nachricht Anfang des Jahres einen wütenden Brief an seine Kollegen, in dem er auf die Notwendigkeit hinwies, die Art und Weise, wie das Unternehmen Tieroperationen organisiert, zu überarbeiten, um „Hacking“ zu verhindern. Der überstürzte Zeitplan, so schrieb der Mitarbeiter, führe dazu, dass unzureichend vorbereitete und überlastete Mitarbeiter um die Einhaltung von Fristen ringen und vor Operationen Änderungen in letzter Minute vornehmen, was die Risiken für die Tiere erhöhe.
Zeitstress bei Elon Musk – 1500 getötete Tiere
Weiter heißt es in dem Bericht, dass Schätzungen zufolge seit 2018 1.500 Tiere bei den Tests der Gehirnchips ums Leben gekommen sind. Überwiegend handle es sich dabei um Mäuse und Ratten, aber auch knapp 300 größere Tiere wie Schafe, Affen und Schweine sollen betroffen sein.
Gegenüber Reuters gab die Firma Neuralink selbst keine Stellungnahme ab. Ein gewisser Zeitstress mit Streben nach Erfolg scheint aber nach wie vor vorhanden zu sein, da Elon Musk in der vergangenen Woche sagte, er wolle sich das Implantat auch selbst einsetzten lassen. Zwar nicht direkt zum Beginn der klinischen Tests, aber in näherer Zukunft.
Außerdem schrieb der Geschäftsführer am 8. Februar 2022 in der Pacific Time: „Im Allgemeinen kommen wir einfach nicht schnell genug voran. Das macht mich wahnsinnig!“
Quellen:
Futurezone, Reuters
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