Antisemitismus hat viele Formen: Er kann religiös, rassistisch oder politisch aufgeladen sein; er zeigt sich durch „Gerüchte“, Abwertungen und Sprachbilder, aber auch durch Mobbing, Drohungen, bis hin zu physischer Gewalt.

Was genau verstehen wir eigentlich unter Antisemitismus?

Die internationale Arbeitsdefinition der IHRA (International Holocaust Rememberance Alliance) von Antisemitismus lautet:

„Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“

Die Bundesregierung hat außerdem folgende Erweiterung verabschiedet:

„Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“

Vorurteile abbauen – Strafbarkeit aufzeigen

Das Vermitteln von Wissen und Kenntnissen über die Vielfalt und Komplexität des Judentums ist ein wichtiger Beitrag, um Vorurteile abzubauen und Verständnis für das Judentum zu erreichen. Gerade bei und im Umfeld jugendlicher und junger, internetaffiner Erwachsener ist die Grenze zwischen verbotenen und gerade noch legalen Aussagen ist nicht immer leicht zu bestimmen.

Wer andere Menschen abwertet und dafür auch (verbale) Gewalt einsetzt, ist aber an der Grenze zum Verbotenen. Das Internet ist eben kein rechtsfreier Raum: „Ein wenig Text“ in Form von Posts oder Kommentaren in sozialen Netzwerken kann bereits strafbar sein!

Chris + Lea – Zivilcourage zeigen bei Antisemitismus in Verschwörungsmythen

Sie möchten wissen, wie schnell man einem Verschwörungsmythos aufsitzt und sich radikalisiert? In unserem interaktiven Video können Sie in einzelne Rollen aus einer Schülergruppe schlüpfen und sich selbst testen. Erkennen Sie konstruierte Verschwörungstheorien? Schaffen Sie es, mit Zivilcourage eine antisemitisch motivierte Straftat zu verhindern? Nehmen Sie sich neun Minuten Zeit und „spielen“ sich durch: Zum Video von „Chris & Lea“

5 Tipps zur Zivilcourage bei Antisemitismus

  • Informieren: Informieren Sie sich genau, inwiefern die Aussage, dass jemand für etwas verantwortlich ist, stimmt/stimmen kann.
  • Misstrauisch sein: Fragen Sie sich selbst fragen: ist die Lösung des Problems (Die Juden sind schuld) eventuell zu einfach?
  • Genau nachfragen: woher stammt die Information? Weshalb ist das Gegenüber der Meinung, dass seine antisemitische Äußerung richtig ist?
  • Polizei informieren – Anzeige erstatten: Ist eine Grenze überschritten, gilt es die Polizei auf jeder Polizeidienststelle oder unter der Telefonnummer 110, zu informieren und Anzeige zu erstatten!
  • Aktiv Opfer unterstützen: stellen Sie sich auf die Seite der Opfer, grenzen Sie sie nicht aus und zeigen Sie Solidarität.

Quelle: Polizei Beratung

Passend zum Thema:
Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (Beratung und Unterstützung für direkt Betroffene, ihre Angehörige und Zeugen)

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