Coronavirus und Kawasaki-Syndrom bei Kindern - Ein Überblick
Coronavirus und Kawasaki-Syndrom bei Kindern - Ein Überblick

In den letzten Wochen liest man öfters von einem gefährlichen Krankheitsverlauf bei Kindern, der mit COVID-19 zusammenhängen soll.

So tauchte seit April vermehrt Ähnlichkeiten zum sogenannten Kawasaki-Syndrom bei Kleinkindern auf, die zum großen Teil auch mit dem neuen Coronavirus infiziert waren. Aufgrund der Unsicherheiten bei vielen Eltern nun möchten wir in einem Überblick die aktuelle Situation und bisherigen Erkenntnisse aufzeigen.

Kinder und das neue Coronavirus

Bisherige Studien weisen darauf hin, dass Kinder sich weitaus seltener mit dem neuen Coronavirus infizieren und noch seltener an COVID-19 erkranken. Dies konnte man bereits bei anderen Coronavirus-Erkrankungen wie MERS und SARS beobachten. Warum dies so ist, kann noch nicht eindeutig geklärt werden, eine der Theorien lautet, dass das noch junge Immunsystem von Kindern sehr viel schneller Coronaviren erkennt und bekämpft.

Allerdings ist dies noch nicht der Weisheit letzter Schluss: Eine Studie des Berliner Charité deutet darauf hin, dass Kinder genauso infektiös wie Erwachsene sind, sie erkranken nur seltener. Eine chinesische Studie scheint dies zu bestätigen, doch beide Studien sind noch nicht verifiziert und weisen Mängel auf.

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Das Kawasaki-Syndrom

Dabei handelt es sich um eine akute fieberhafte Erkrankung unbekannter Ursache, von der hauptsächlich Kinder unter 5 Jahren betroffen sind. Die Krankheit wurde erstmals 1967 in Japan von Tomisaku Kawasaki beschrieben, und die ersten Fälle außerhalb Japans wurden 1976 auf Hawaii gemeldet. Zu den klinischen Symptomen gehören Fieber, Hautausschlag, Schwellung der Hände und Füße, Reizung und Rötung des Augenweißes, geschwollene Lymphdrüsen im Nacken sowie Reizung und Entzündung von Mund, Lippen und Rachen.

Die neue Erkrankung: MIS-C

CDC und WHO gaben der neu aufgetauchten Erkrankung den Namen MIS-C (multisystem inflammatory syndrome in children = Multisystemisches Entzündungssyndrom bei Kindern).

Die Symptome variieren bei den Kindern, Ärzte berichten von anhaltendem Fieber, Rötung des Augenweißes, Hautausschlag, niedriger Blutdruck, Entzündungen, blasse oder blaue Lippen und Haut, Atembeschwerden und Lethargie.

Schwerwiegende Fälle beschreiben Blutgerinnsel, Brustschmerzen, erhöhte Herzfrequenz und Organversagen bis zum Herzstillstand.

Der Zusammenhang zum neuen Coronavirus

Die meisten der Kinder wurden positiv getestet, entweder direkt auf das neue Coronavirus oder auf vorhandene Antikörper, also auf eine bereits beendete Infektion mit SARS-CoV-2. Schwierig aber nun: Bei manchen Kindern wurde weder eine Infektion noch Antikörper festgestellt.

Experten vermuten aber trotzdem einen Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus, da der überwiegende Teil der kranken Kinder einige Wochen vorher anscheinend infiziert waren, die Krankheit eine verspätete Reaktion des Körpers auf eine bereits überstandene Infektion ist.

So wird spekuliert, dass das Immunsystem der Kinder (verspätet) versucht, das Virus abzuwehren, dabei überreagiert, dabei auch gesunde Zellen angreift und Organe schädigt, was auch den häufig beobachteten gefährlichen Blutdruckabfall erklärt.

Wie häufig ist MIS-C?

Bisher muss man nicht beunruhigt sein: Zwar gibt es derzeit über 200 bestätigte Fälle der Krankheit, im Hinblick auf die Gesamtzahl der Coronavirus-Infektionen ist dies jedoch immer noch sehr selten. Die behandelten Kinder haben zudem sehr gut auf die Behandlung angesprochen, die meisten Kinder konnten sich vollständig davon erholen.

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Fazit

Die Symptome von MIS-C, welche wir oben beschrieben, sind natürlich erschreckend und beunruhigend. Glücklicherweise ist dies Erkrankung seit Anfang April bekannt und kann durch ihre große Ähnlichkeit mit dem Kawasaki-Syndrom auch erfolgreich behandelt werden.

Experten werden nun auch weiter einen genauen Blick darauf haben, wieviele Fälle von MIS-C noch auftauchen werden und wie groß oder klein der tatsächliche Zusammenhang mit COVID-19 ist.

Quellen: CNet, euronews, Tagesschau
Artikelbild: Shutterstock / Von FamVeld

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