Ein Foto zeigt einen Hund auf dem Friedhof. Ängstlich kauert er in einer Höhle unter einem Grab. Dazu gibt es natürlich auch eine Geschichte – die ist jedoch frei erfunden.
Die „wahre“ Gesichte eines Hundes auf dem Friedhof – Das Wichtigste zu Beginn:
- Ein Foto zeigt einen Hund auf einem Friedhof, der in einer Grube kauert. Es wird mit einer rührenden Geschichte auf Facebook geteilt.
- Es geht um einen Hund, der seinem Herren nach dessen Tod auf den Friedhof gefolgt sein soll. Nach einer Woche soll er auf dem Grab des Besitzers gestorben sein.
- Diese Geschichte ist frei erfunden. Tatsächlich handelt es sich um eine Streunerin, die 2015 ihre Welpen in dem Loch geboren hatte.
Wir erhielten Anfragen zu einem Statusbeitrag, in dem behauptet wird, dass ein Hund nach dem Tod seines Herrchens, diesem auf den Friedhof gefolgt sei, und dort starb.
Dazu gibt es das Foto eines Hundes, der in einer Grube unter dem Grabstein kauert:
Eine wahre Geschichte
Ein Mann starb und hinterließ seinen Hund..
Der Sohn des Mannes suchte nach dem Hund, konnte ihn aber nicht finden, der Hund war weggelaufen…
Ein paar Tage später, wird der Mann von der Friedhofsverwaltung informiert, dass ein Hund ein Loch über dem Grab seines Vaters gräbt!
Er ging zum Friedhof und nahm den Hund seines Vaters mit zu sich nach Hause.
Zwei Tage später jedoch, lief der Hund wieder weg und so ging es mehre Tage weiter, bis der Sohn überzeugt war, den Hund im Grab seines Vaters zu lassen. Er kam jeden Tag und brachte ihm Essen und Wasser. Jedoch verweigerte der Hund das Fressen und erlaubte niemanden, sich dem Grab zu nähern. Er lebte eine Woche, bis er auf dem das Grab seines Besitzers starb…
Ich frage mich, welcher Mensch in der Lage ist, so bedingungslos zu lieben wie dieser Hund!
Der Faktencheck
Wie die Kollegen vom dpa-Faktencheck berichten, handelt es sich um einen Fake. Die Geschichte ist erfunden!
Das Foto zeigt in Wirklichkeit eine Streunerin nahe der serbischen Großstadt Nis, die 2015 in dieser Höhle ihren Wurf großzog:
Die Facebook-Seite Tierjammer schreibt, dass die Mutterhündin unter dem Grabstein eine Erdkuhle gegraben und dort ihre Jungen geboren hat.
Die Deutsche Presse-Agentur hat bei Petra Pahl-Gerber, Vorsitzende des Vereins Tierjammer, nachgefragt. Sie bestätigte, dass vor allem die Fotos als Clickbait und teilweise für eigene Spenden missbraucht wurden.
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Die Hundefamilie konnte gerettet werden und ihr weiterer Lebensweg wurde in diesem Album dokumentiert. Im Juni 2015 bezog der Verein Tierjammer Stellung zu den Fake-Geschichten rund um die Hündin und ihre Beweggründe, warum sie in dem Loch unter dem Grab auf dem Friedhof lag.
Fazit:
Wir schließen uns Petra Pahl-Gerber an: Die Realität ist schlimm genug, man muss keine Dinge erfinden, um damit auf Likefang zu gehen.
Die Geschichten rund um die Hündin mögen zwar alle irgendwo rührend klingen und das Herz berühren, doch sie entsprechen (größtenteils) einfach nicht der Wahrheit. Im schlimmsten Fall bereichern sich Menschen, die nie vor Ort da waren an dem Schicksal der Hündin und sammeln Spenden ein, die woanders vielleicht dringender benötigt würden.
Passend zum Thema: Faktencheck: Hund schläft seit 7 Jahren auf Grab des Herrchens
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