Im Laufe der Menschheitsgeschichte gab es viele ungewöhnliche Freundschaften, die auf Fotos festgehalten wurden. Doch heute fragt man sich schon öfter einmal: Ist das echt oder wurde hier getrickst?
Sie sind schon recht selten geworden – die „Corona-freien“ Themen auf Social Media. Aber es gibt sie noch. So erhalten wir aktuell wieder Anfragen zu einer älteren Fotografie, die eine dunkel gekleidete Person zeigt. Während ein Eisbärenjunges ihr Bein umschlingt, füttert sie den erwachsenen Bären direkt aus der Hand.
Tatsächlich so passiert oder handelt es sich um eine Fotomontage? Es geht um folgendes Bild:

Einen Bären zu töten macht dich nicht zu einem mächtigen Mann. Aber ihn zu füttern während sein Junges dein Bein umarmt, schon.
Der Faktencheck
Das Foto ist echt. Wir hatten darüber im Oktober 2019 berichtet.
Es wurde in den 1970er Jahren in der Nähe der sibirischen Stadt Cape Schmidt vor der Küste der Tschuktschensee aufgenommen und zeigt einen Mann namens Nikolai Machulyak.
Wie die Kollegen von Snopes berichten, war Machulyak aufgrund seiner Beziehung zu Eisbären eine Art lokale Berühmtheit. Im August 1977 veröffentlichte V. Filimonov einen Artikel darüber mit dem Titel „ДРУЖБЫ ТВОЕЙ ПРОШУ“ – was übersetzt so viel heißt wie „Ich bitte um deine Freundschaft“ – im russischen Reisemagazin „Вокруг света“ („Around the World“).
Machulyak erklärt, dass ein Jäger im Dezember 1974 einen Eisbären getötet, und einen jungen Bären zurückgelassen hatte. Fünf Monate lang fütterte er die Bärin und nannte sie Masha. Im Frühjahr 1975 verschwand Masha, doch fast ein Jahr später trafen sich die beiden wieder.
Der Artikel enthält ebenfalls Tagebucheinträge von Machulyak, die beschreiben, wie er der Bärin immer wieder begegnete und auch mit Robbenfleisch aus der Hand fütterte.
Später freundete er sich auch mit einer größeren Bärin und ihrem Jungen an. Er nannte diese Bärin „Marya Mikhailovna“.
Aber auch wenn Machulyak immer wieder Bären traf, betonte er, dass ein wildes Tier, ein wildes Tier ist. Vor jeder Begegnung sagte er Masha und auch jedem anderen Bären:
„Ich bitte um deine Freundschaft. Hier ist meine Hand im Voraus – Handfläche hoch, es ist keine Waffe, sondern eine Dose Kondensmilch, die du liebst. Du bist ein schönes, starkes und liebenswertes Tier für mich. Ich will einen Freund in dir haben, und in der Freundschaft werde ich nicht treuer sein.“
Fazit:
Das Foto ist echt und wurde in den 1970er Jahren aufgenommen.
Es zeigt Nikolai Machulyak dabei, wie er einen Eisbären aus der Hand füttert. Das Foto gehört zu einer ganzen Serie und wurde sowohl im Reisemagazin „Around the World“ als auch bei Russian Geographical Society als Artikel veröffentlicht.
Weitere Bilder der Serie kannst du hier einsehen.
Doch auch wenn Machulyak eine Art Freundschaft mit diesen eindrucksvollen Tieren unterhielt, war er stets aufmerksam und vorsichtig bei seinen Begegnungen.
[mk_ad]
Das könnte dich auch interessieren: „Ein bewegender Moment“ – Das Foto dieser Eisbären ist KEIN Fake!
Weitere Quellen: Russian Geographical Society, Correctiv
Artikelbild: Вокруг света
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du die Bedeutung fundierter Informationen schätzt, werde Teil des exklusiven Mimikama Clubs! Unterstütze unsere Arbeit und hilf uns, Aufklärung zu fördern und Falschinformationen zu bekämpfen. Als Club-Mitglied erhältst du:
📬 Wöchentlichen Sonder-Newsletter: Erhalte exklusive Inhalte direkt in dein Postfach.
🎥 Exklusives Video* „Faktenchecker-Grundkurs“: Lerne von Andre Wolf, wie du Falschinformationen erkennst und bekämpfst.
📅 Frühzeitiger Zugriff auf tiefgehende Artikel und Faktenchecks: Sei immer einen Schritt voraus.
📄 Bonus-Artikel, nur für dich: Entdecke Inhalte, die du sonst nirgendwo findest.
📝 Teilnahme an Webinaren und Workshops: Sei live dabei oder sieh dir die Aufzeichnungen an.
✔️ Qualitativer Austausch: Diskutiere sicher in unserer Kommentarfunktion ohne Trolle und Bots.
Mach mit und werde Teil einer Community, die für Wahrheit und Klarheit steht. Gemeinsam können wir die Welt ein bisschen besser machen!
* In diesem besonderen Kurs vermittelt dir Andre Wolf, wie du Falschinformationen erkennst und effektiv bekämpfst. Nach Abschluss des Videos hast du die Möglichkeit, dich unserem Rechercheteam anzuschließen und aktiv an der Aufklärung mitzuwirken – eine Chance, die ausschließlich unseren Club-Mitgliedern vorbehalten ist!
Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

