Falschmeldungen können sich schneller denn je verbreiten und haben die Macht, Menschen zu täuschen, Meinungen zu manipulieren und Ängste zu schüren. Ein aktueller Fall, der diesen Trend verdeutlicht, ist eine angebliche Aussage von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach über eine geplante Impfpflicht für Neugeborene.

Lauterbach, bekannt für seine ständigen Gesundheitswarnungen und Ratschläge während der Corona-Pandemie, ist beliebte Zielscheibe in der Welt der Falschinformationen. Obwohl er eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von gesundheitsbezogenen Ratschlägen und Informationen für die Öffentlichkeit spielt, wurde er wiederholt mit Falschaussagen konfrontiert, die ihm in den Mund gelegt wurden.

Eine solche Aussage betraf einen angeblichen Vorschlag für eine Impfpflicht für Neugeborene. Ein Screenshot eines Facebook-Posts, der mit Lauterbachs Foto kursierte, behauptete, der Bundesgesundheitsminister habe vorgeschlagen: „Deshalb schlage ich zusätzlich eine Pflichtimpfung für alle Neugeborenen vor“.

Gefälschter Screenshot eines Facebook-Beitrags
Gefälschter Screenshot eines Facebook-Beitrags

Doch wie viel Wahrheit steckt in dieser Aussage? Die kurze Antwort lautet: keine.

Der Mythos entlarvt

Die Realität könnte nicht weiter von der Darstellung in den sozialen Medien entfernt sein. Der angebliche Facebook-Eintrag des Bundesgesundheitsministers ist eine Fälschung. Bei genauerem Hinsehen gibt es keinen Hinweis darauf, dass Lauterbach jemals einen solchen Vorschlag gemacht hat. Vielmehr scheint es sich um einen klassischen Fall von „digitaler Mundpropaganda“ zu handeln, bei dem Aussagen verfälscht und aus dem Zusammenhang gerissen wurden, um eine bestimmte Erzählung zu befördern.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte, dass es sich weder um die Meinung noch um einen Post des Ministers handele. Auch eine gründliche Suche nach dem angeblichen Lauterbach-Posting auf verschiedenen Plattformen brachte keine Treffer.

Lauterbachs tatsächliche Position

Tatsächlich hatte Lauterbach nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) im Mai 2022 die Corona-Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren befürwortet, aber die Entscheidungshoheit der Eltern betont. In seinen eigenen Worten: «Die Eltern müssen frei entscheiden.»

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Er unterstützte die Stiko-Empfehlung voll und ganz und äußerte die Hoffnung, dass die Impfung gut angenommen werde. Dabei betonte er, dass kein Druck ausgeübt werden dürfe. Von Säuglingen war in der Diskussion nie die Rede.

Fazit

Die Gefahr von Falschinformationen im digitalen Zeitalter ist real und weit verbreitet. Sie haben die Macht, die öffentliche Meinung zu prägen und Entscheidungen auf falsche Annahmen zu gründen. In einer Zeit, in der unser aller Gesundheit auf dem Spiel steht, ist es wichtiger denn je sicherzustellen, dass wir über die richtigen Informationen verfügen.

Der Fall der gefälschten Lauterbach-Post ist ein perfektes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Informationen zu überprüfen, bevor wir sie akzeptieren oder weitergeben. In einer zunehmend vernetzten und digitalen Welt müssen wir alle dafür sorgen, dass die Informationen, die wir weitergeben, korrekt sind und nicht dazu dienen, Angst oder Fehlinformationen zu verbreiten. Die Wahrheit mag manchmal schwer zu finden sein, aber sie ist immer da, wenn wir sie suchen.

Quelle:

dpa factchecking

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