Ja, IT-Konzerne zahlen tatsächlich kaum Steuern

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Amazon, Apple und Co. zahlen trotz gewaltiger Umsätze so gut wie keine Steuern, doch dies soll sich bald ändern.

IT-Konzerne sind nicht gut darin, ihre Plattformen und Produkte zu vermarkten, sondern kennen sich auch gut darin aus, möglichst wenig bis gar keinen Cent an Steuern in den Staaten zu zahlen, in denen sie ihre Umsätze machen – nur ein Bruchteil ihrer Umsätze floss tatsächlich auch in die Staatskassen.

So sollen gemäß einer Studie der NGO Fair Tax Foundation die IT-Konzerne Amazon, Apple, Facebook, Microsoft, Alphabet und Netflix in den Jahren 2011 bis 2020 insgesamt 96 Milliarden US-Dollar weniger Steuern gezahlt haben als der in den Transparenzberichten aufgelistete Nennbetrag, sowie 149 Milliarden Dollar weniger als die Vorgaben der Länder vorsehen.

Insgesamt wurden in dem oben genannten Zeitraum gerade mal 219 Milliarden Dollar an Steuern gezahlt – was zwar nach wahnsinnig viel klingt, jedoch gerade mal 3,6 Prozent der Gesamtumsätze ausmacht, welcher bei über 6 Billionen Dollar liege.

Wie IT-Konzerne tricksen

Die Stichworte lauten: Steuerparadise und Steuertricks.

Amazon beispielsweise nutzte bis 2017 ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 1992, das die Bundesstaaten daran hinderte, Umsatzsteuer von E-Commerce-Unternehmen zu erheben, wodurch Amazon die Waren praktisch steuerfrei verkaufen konnte.

2017 änderte sich dies, woraufhin Amazon begann, Umsatzsteuer zu erheben, doch das Problem ist damit nicht beseitigt, denn über Amazon verkaufen auch viele Drittanbieter, von denen Amazon profitiert, zudem erheben viele von ihnen keine Umsatzsteuer.

Auch nutzt Amazon eine Reihe von Steuergutschriften und Steuerbefreiungen, beispielsweise die Steuergutschrift für Forschung und Entwicklung, die es dem Unternehmen ermöglicht, einen Teil der Kosten für neue Investitionen abzuziehen, sowie die Möglichkeit, aktienbasierte Vergütungen für Führungskräfte abzuziehen.

Und dann sind da natürlich noch die Steuerparadise: IT-Unternehmen nutzen Tochterunternehmen, um ihre Umsätze in Länder zu lenken, in denen die Steuern besonders niedrig sind. Diese Länder freuen sich natürlich darüber, da dadurch dort Arbeitsplätze entstehen.

Globale Mindeststeuer wird kommen

Im Juni 2021 einigten sich die G7-Staaten auf eine globale Mindeststeuer für Unternehmen, was gewiss einigen IT-Konzernen, die ihre Firmensitze in Niedrigsteuer-Länder legen, aber global Einnahmen erzielen, weniger gefallen wird.

Demnach sollen die IT-Konzerne nicht nur eine Mindeststeuer von 15 Prozent in den Ländern zahlen, in denen sie ihre Firmensitze haben, sondern zusätzlich auch in den Ländern Steuern zahlen, in denen sie Umsätze erzielen.

Nicht allen Ländern gefällt diese Mindeststeuer, da beispielsweise Irland, in denen die Mindeststeuer nur 12,5 Prozent beträgt, weswegen viele Firmen dort ihren Sitz haben, die Steuern erhöhen müsste. Die G7-Staaten (Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, USA, Japan, Kanada) erhoffen sich aber dadurch deutlich mehr und stabile Steuereinnahmen, die gerade zur finanziellen Bewältigung der Corona-Krise wichtig sind.


Quellen: DerStandard, Business Insider, The Guardian, Fortune, Manager Magazin
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