Schweden hat nicht still gestanden, als Wogen von Desinformation sein Land überschwemmten. Als Reaktion auf anhaltende Desinformationsversuche hat die schwedische Regierung die Psychological Defense Agency ins Leben gerufen. Diese Behörde, eine Neugründung des Verteidigungsministeriums, stellt sich entschlossen ausländischen Informationsangriffen entgegen.

Schwedens Strategie gegen Desinformation ist nicht neu. Aus einer Berichterstattung der New York Times erfahren wir die Strategien der Skandinavier. Sie baut auf Taktiken aus dem Kalten Krieg auf, als das Land sich auf einen möglichen „totalen Krieg“ mit der Sowjetunion vorbereitete. Heute richtet sich der Blick jedoch mehr auf Russland. Es gibt Hinweise, dass Russland versucht hat, Schwedens Ruf online zu schädigen, insbesondere im Kontext seiner möglichen NATO-Mitgliedschaft.

Russlands angebliche Rolle in schwedischen Angelegenheiten

Jüngste Ereignisse haben die Situation eskalieren lassen. Die Agentur beschuldigt Russland, Proteste in Schweden ausgenutzt zu haben, bei denen Kopien des Korans verbrannt wurden. Dieses Vorgehen führte zu Verzögerungen in Schwedens NATO-Beitrittsbemühungen, insbesondere aufgrund von Einwänden aus der Türkei.

Doch die Nordeuropäer stehen nicht allein da, es ist ein globaler Kampf! Frankreich und andere Nationen haben ähnliche Verteidigungsmechanismen gegen Desinformation eingeführt. Schwedens einzigartiger Ansatz könnte jedoch als Blaupause für andere demokratische Nationen dienen. Das Eindringen Russlands in die Ukraine hat nicht nur die geopolitische Landschaft verändert, sondern auch Schweden ins Visier genommen.

Toleranz versus Informationsschutz

In Demokratien ist es eine ständige Debatte, wie man mit Desinformation umgeht, ohne die Meinungsfreiheit zu beeinträchtigen. Es ist ein Balanceakt: einerseits die Traditionen der freien Meinungsäußerung zu respektieren und andererseits das Land vor schädlicher Desinformation zu schützen.

Es ist eine Herausforderung, Schweden und andere Demokratien stehen vor genau dieser: Sie müssen Wahrheit von Falschheit unterscheiden, ohne eine offizielle Ideologie aufzudrängen. Denn, wie Hanna Linderstål, Cybersecurity-Expertin, in der Berichterstattung der New York Times anmerkte: „Die Regierung kann die Wahrheit nicht kontrollieren und gleichzeitig demokratisch bleiben.“

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Schwedens Geschichte mit Desinformation

Die Wurzeln von Schwedens Bemühungen, sich gegen Desinformation zu wehren, gehen weit zurück. Schon 1953 sah sich Schweden mit sowjetischer Propaganda konfrontiert. Nach der russischen Annexion der Krim 2014 und deren Desinformationswellen haben die Skandinavier die Notwendigkeit erkannt, stärker gegen Informationskriege vorzugehen.

Seit ihrer Gründung hat die Psychological Defense Agency eine Flut von Desinformationskampagnen erlebt, die sich gegen Schweden richten. Viele dieser Versuche nutzen bestehende politische und soziale Spannungen im Land, wie z.B. den Status von Einwanderern und religiösen Minderheiten.

Abwehr gegen hybride Kriegsführung

Propaganda, Desinformation und psychologische Kriegsführung, sind teil der hybriden Kriegsführung, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Dies kann sowohl in der eigenen Bevölkerung als auch international eingesetzt werden. Hybride Kriegsführung ist oft schwer zu bekämpfen, da sie nicht immer klare Fronten oder offensichtliche Aktionen aufweist. Ihre Vielseitigkeit und Flexibilität macht sie zu einer bevorzugten Taktik für Akteure, die asymmetrische Vorteile gegenüber mächtigeren Gegnern suchen.

Schweden hat unter diesen Aspekten erkannt, dass im in Bezug auf Desinformation und Propaganda das „Gehirn das Schlachtfeld“ ist. Das Land hat proaktive Schritte unternommen, um sich zu verteidigen und gleichzeitig die Demokratie zu schützen. Es bleibt abzuwarten, wie effektiv solche Strategien in der Zukunft sein werden.

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