Nein, Seehofer empfiehlt keine schusssicheren Westen auf Weihnachtsmärkten

Falsche Informationen tarnen sich als Satire und gefährden die Wahrnehmung. Mimikama klärt auf und bietet wertvolle Hintergründe zu Fake-News.

💬Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

Fake-News unter dem Deckmantel der Satire

Wenn politisch rechtsgeneigte Seiten sich an Satire versuchen, wird es für die Stammleser jener Seiten problematisch: Denn was da versteckt als Satire bezeichnet wird, wird von den Lesern bitterernst genommen, da das Muster jener Satiremeldungen in das eigene Weltbild passt.

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Ein gutes Beispiel dafür ist dieser Artikel, zu dem uns Anfragen erreichten:

Screenshot: mimikama.org
Screenshot: mimikama.org

„Angesichts der erhöhten Terrorgefahr bei den Weihnachtsmärkten empfiehlt Bundesinnenminister Horst Seehofer den Besuchern das Tragen von schusssicheren Westen. „Sicherheit geht vor“, so der CSU-Politiker.“

Berliner Express = Contra Magazin

Das „Contra Magazin“, welches den Artikel verbreitet, betreibt auch gleichzeitig die Seite „Berliner Express“, welche unter dem Deckmantel der Satire Fake-News verbreitet.
Bezeichnend dafür ist, dass auf den Seiten des „Berliner Express“ nicht sofort erkennbar ist, dass es sich um Satire handelt, erst in „Über uns“ findet sich ein Hinweis darauf:

Screenshot: mimikama.org
Screenshot: mimikama.org

Offiziell sieht man keine Verbindung der beiden Seiten, auf den Seiten des „Contra Magazins“ wird der „Berliner Express“ nur als befreundetes Portal aufgeführt.
Wirf man nun aber einen genaueren Blick auf das Impressum des „Berliner Express“, sieht man, dass der zuständige Chefredakteur eine E-Mail-Adresse des „Contra Magazins“ hat:

Screenshot: mimikama.org
Screenshot: mimikama.org

Sowohl „Mut zur Wahrheit“ als auch „Contra-Magazin“ veröffentlichen tendenziell gegen Migranten und den Islam gerichtete Artikel. Auch die Artikel der Tochterseite „Berliner Express“ sind so ausgerichtet, wenn auch satirisch aufbereitet.

Problemfall Satire bei Mimikama

Prinzipiell greift Mimikama keine Satire auf, um auf Satire hinzuweisen. Bei Satire handelt es sich ja auch nicht um eine Form der Fake-News. Satire ist eben Satire – und auch als solche zu konsumieren. Wir behandeln Satireseiten meist, wenn die Quelle nicht deutlich als Satire erkennbar ist, sie eine Scheinsatire betreibt oder es sich – wie hier – um eine junge und noch kaum bekannte Webseite handelt.

MERKE: Berliner Express = Satire

Oft bleiben Leser/innen schon beim so genannten “Teaser” (Facebookvorschau) hängen und prüfen den Inhalt gar nicht auf seinen Charakter.

Dabei ist es sehr einfach, einer Satire nicht auf den Leim zu gehen.

Welche Fragen sollte man sich als Leser/in stellen?

  • Wer schreibt? (Impressum)
  • Welchen Charakter hat die Webseite?
  • Welcher Gattung gehört der vorliegende Text an? (Entsprechende Anmerkung über dem Inhalt oder unter dem Inhalt vorhanden?)

Zusätzlich kann man noch die klassischen Prüfungen durchführen (falls überhaupt noch notwendig):

  • Inhaltlicher Gegencheck –> Suchmaschinen nutzen
  • Bildercheck –> Rückwärtssuche

Auch wenn es ein bisschen mehr Arbeit bedeutet, als nur eine Überschrift zu lesen: Am Ende lohnt es sich. Allein schon, weil man seine Nerven schonen und sich die Empörung ersparen kann. Im Notfall: Ruhe bewahren! Wer hinter die Kulissen blickt, entdeckt, dass man sich oft gar nicht so sehr in etwas reinzusteigern braucht.

 


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