Das Teilen von Nachrichtenmeldungen mit Freunden und Followern in sozialen Medien kann bei einigen Menschen ein übersteigertes Selbstbewusstsein entstehen lassen. Wer häufig solche Postings teilt, fühlt sich dann oft als sachkundiger Experte, obwohl er die Inhalte, die er geteilt hat, eigentlich nur überflogen hat und gar nicht genau kennt.

Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der University of Texas in Austin, die Betreiber von Social-Media-Portalen dazu auffordert, ihre Angebote so zu gestalten, dass sie Nutzer mehr zum Lesen anspornen.

Gefährliche Fehleinschätzung

„Das Teilen von Meldungen auf Social-Media-Seiten verleitet manche Leute dazu, zu glauben, dass sie mehr über das Thema eines geteilten Inhalts wissen, als sie eigentlich tun. Sie sind dann überzeugt davon, dass sie besonders kompetent sind, was diese Sache angeht. Oft haben sie aber gerade einmal die Überschrift einer Meldung gelesen.
Dieses Teilen steigert das Selbstbewusstsein. Wenn man selbst Informationen online stellt, wirkt man auf andere wie ein Experte.“

Susan Broniarczyk, Professorin für Marketing an der McCombs School of Business der University of Texas in Austin

„Wenn Menschen glauben, dass sie bei einem Thema besonders sachkundig sind und sich gut auskennen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie riskantere Entscheidungen treffen.“

Adrian Ward, Assistenzprofessor für Marketing und Co-Studienautor

In der Praxis sei das oft eine gefährliche Fehleinschätzung.

„Wenn man sich als sehr kompetent empfindet, glaubt man oft fälschlicherweise, dass man nicht weiterlesen muss, weil man eh schon alle Informationen zu einem Thema kennt. Dieses fehlgeleitete Selbstbewusstsein lässt sich nur schwer korrigieren.“

Adrian Ward, Assistenzprofessor für Marketing und Co-Studienautor

Subjektives und objektives Wissen

Im Zuge ihrer Studie haben Broniarczyk, Ward und ihr Team gleich mehrere Untersuchungen durchgeführt. Sie ließen beispielsweise 98 Studenten eine Reihe von Online-Artikeln nach Belieben lesen und teilen und maßen dabei das subjektive und objektive Wissen, das die Teilnehmer zu den darin behandelten Themen vorzuweisen hatten.

„Das Lesen der Beiträge führte sowohl zu einem gesteigerten subjektiven als auch objektiven Wissen“,

fassen die Wissenschafter die Ergebnisse zusammen.

Quelle: Pressetext

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