Die Behauptung

Das Sozialamt übernimmt die Friseurkosten einer Ukrainerin in der Höhe von 200 Euro.

Unser Fazit

Seitens der Polizei gibt es keinen Beleg zu solch einem Vorfall und laut der dpa hält die Polizei diese Behauptung selbst für frei erfunden.

Aktuell kursiert das Gerücht, dass eine Ukrainerin sich in einem Friseursalon geweigert habe, eine 200 Euro hohe Rechnung zu begleichen und nach mehrmaliger Aufforderung der Geschäftsinhaberin am Ende auf das Sozialamt verwiesen hätte. Die Geschäftsinhaberin habe daraufhin die Polizei gerufen. Zwei Polizisten, die vor Ort erschienen, sollen nach Rücksprache bzw. nach einem Telefonat bestätigt haben, dass das Sozialamt die Kosten übernehmen würde.

In einer auf Telegram verbreiteten Sprachnachricht, die mittlerweile auch auf WhatsApp die Runde macht, hört man, dass sich dieser Vorfall im sächsischen Erzgebirgskreis ereignet haben soll. Die Ukrainerin habe sich bei ihrem Termin nicht nur die Haare schneiden und färben lassen, sondern auch die Augenbrauen und Wimpern und obendrauf noch eine Gesichtsmassage erhalten. Zudem hätte die Ukrainerin sich auch noch drei Kaffee servieren lassen.

Neben der Audiodatei steht auch noch diese Aussage: „Zusendung. Bezüglich Kostenübernahme für Friseur- und Beautybesuche der Ukrainer auf Kosten deutscher Steuerzahler“

MIMIKAMA
Screenshot: Telegram

Faktencheck

In der Sprachnachricht selbst wurde keine genaue Ortsangabe getätigt. Es gibt aktuell keine Belege dafür, dass sich dieser Vorfall im Erzgebirgskreis so ereignet hat. Seitens der Polizei gibt es auch keinen Beleg, und laut dpa hält die Polizei die Geschichte selbst für frei erfunden. Ukrainer selbst erhalten, wie überall in Deutschland, eine Grundsicherung vom Jobcenter. Diese beinhaltet aber, wie der Landkreis auch bestätigt, keine Friseur-Rechnungen.

Auf Anfrage der dpa hat die Polizeidirektion Chemnitz in allen vier Polizeirevieren des Erzgebirgskreises nachgefragt, ob in den letzten Tagen / Wochen ein solcher Einsatz passiert ist.

„In keinem der Reviere ist ein solcher Vorfall bekannt oder aktenkundig“, teilte Polizeisprecherin Jana Ulbricht mit.
„In Würdigung der Gesamtumstände gehen wir davon aus, dass es diesen Vorfall nicht gegeben hat.“

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Quellen:
Sachsen.de
dpa

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