„Zugänglichere Formen des Lernens außerhalb von Klassenräumen, Hörsälen und Studienbüchern“
Immer mehr Akademiker weltweit verwenden TikTok http://tiktok.com , um ihre Forschung breiter zugänglich zu machen. Zu dem Schluss kommen Forscher des Knowledge Media Design Institute (KDMI) der University of Toronto http://utoronto.ca . Für ihre neuen Studien haben die Experten das Nutzerverhalten, Datenschutzfragen sowie technische und visuelle Aspekte akademischer Inhalte auf TikTok untersucht.
Junge Leute mitnehmen
„Leicht zugängliche und verständliche Wissenschaftskommunikation auf TikTok ist für den Forschungsbereich eine sehr gute Strategie, Zielgruppen anzusprechen, die sonst nur schwer zu erreichen sind. Man muss jedoch beachten, dass Inhalte auf TikTok zu 80 bis 90 Prozent Unterhaltung sind. Es geht also weniger um das Vorbeten komplizierter Forschungsergebnisse und mehr darum, Interesse bei den jungen Leuten zu wecken“, so der digitale Kommunikationsexperte Julian Banse http://banward.de im Gespräch mit pressetext.
Videos auf TikTok werden meist nicht professionell, sondern amateurhaft produziert und geben Zusehern einen Blick hinter die Kulissen. Die fast alle unter 30-jährigen User legen weniger Wert auf Beleuchtung, Kameraqualität oder das eigene Auftreten als auf anderen Plattformen. „Das macht TikTok zum spannenden Ort, um neue und breiter zugängliche Formen des Lernens außerhalb von Klassenräumen, Vorlesungssälen und Studienbüchern zu ermöglichen“, meint Studienautor JP King.
Kurz, knackig, humorvoll
TikTok ist den Forschern nach einzigartig in seiner Art, Nutzer-Engagement, beispielsweise in Form von Remixes oder Antwortvideos, zu fördern. Das gehe aber auch mit einem anderen Verständnis von geistigem Eigentum einher, worüber sich die Forscher im Klaren sein müssen. „Eine Datenschutz-Präzision, wie wir sie aus der Wissenschaft kennen, ist auf TikTok natürlich nicht möglich. Hier gilt es für die Forschungseinrichtungen abzuwägen, wie wichtig ihnen das Erreichen neuer Zielgruppen ist, und Kompromisse einzugehen“, konstatiert Banse gegenüber pressetext.
Je kürzer, humorvoller und interaktiver die Videos sind, desto besser, so die Forscher. Wissenschaftler müssen sich jedoch auch der großen Reichweite der Videos und der damit verbundenen Konsequenzen bewusst sein, sollten diese beispielsweise nicht im Einklang mit den institutionellen Werten ihrer Forschungseinrichtung stehen.
Im Großen und Ganzen ist Wissenschaftskommunikation auf TikTok laut der Studie jedoch ein großer Gewinn, der Menschen unterschiedlichster Bildungshintergründe verbindet, miteinbezieht und zum Nachdenken anregt. „Generell wird Social Media in vielen Bereichen immer wichtiger. Sei es ResearchGate in der Wissenschaft oder LinkedIn für das Erreichen professioneller Zielgruppen. TikTok ist für viele Universitäten noch Neuland, weshalb die paar wenigen auffallen und davon profitieren“, so Banse.
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