Bildschirmtastaturen sind zwar Alltag, aber irgendwie unpraktisch – einerseits verdecken sie gerade auf Smartphones einen großen Teil des Bildschirms, andererseits funktioniert Zehnfinger-Tippen meist nicht so recht.

Forscher am Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) haben nun ein komplett virtuelles Soft-Keyboard entwickelt, das Abhilfe schaffen soll. Das „I-Keyboard“ setzt auf Tiefenlernen, um zu erkennen, was der User tippt – egal, wo und wie auf dem Bildschirm.

Unsichtbare Tastatur

„Das vorgeschlagene I-Keyboard ist unsichtbar, was den Nutzen des Screens bei Mobilgeräten maximiert. User können den Inhalt einer Anwendung im Vollbildschirmmodus betrachten und gleichzeitig frei tippen.“

schreiben die Forscher Ue-Hwan Kim, Sahng-Min Yoo and Jong-Hwan Kim in einem auf „arXiv“ vorab veröffentlichten Paper. Damit richtet sich das Konzept klar an Nutzer, die tatsächlich das Zehnfinger-System beherrschen. Diesen verspricht es freilich eine besonders einfache und flexible Nutzung an jeder Position des Bildschirms und mit jedem Tippwinkel.

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Es gibt nämlich kein vordefiniertes Tastatur-Layout, auch Form und Größe der virtuellen Tasten sind variabel. Das I-Keyboard nutzt dem Team zufolge stattdessen einen auf Tiefenlernen basierenden Decoding-Algorithmus, um zu erkennen, was der User schreibt. Im Prinzip passt das KI-System das virtuelle Keyboard dabei laufend an jenes an, das sich der Nutzer vorstellt. Somit kann das I-Keyboard auch gleich kompensieren, dass aufgrund des fehlenden taktilen Feedbacks einer Bildschirmtastatur die Finger eines Users mit der Zeit von der Anfangsposition abdriften.

Performance-Steigerung

Versuche haben den Forschern zufolge ergeben, dass der Ansatz funktioniert und bisherigen Soft-Keyboards für die Zehnfinger-Nutzung überlegen scheint. Die Genauigkeit der Erkennung liegt demnach bei 95,84 Prozent und damit etwas höher als bei bisherigen Lösungen. Größer sind die Auswirkungen demnach bei der Schreibgeschwindigkeit. Mit dem I-Keyboard schaffen User 45,57 Wörter pro Minute (WpM), was eine Steigerung um fast ein Fünftel gegenüber der Vergleichsbasis ist. An eine reale Tastatur kommt das allerdings noch nicht heran, sondern kostet im Vergleich dazu rund ein Neuntel WpM.

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Zum Paper „I-Keyboard: Fully Imaginary Keyboard on TouchDevices Empowered by Deep Neural Decoder

Quelle: pressetext
Artikelbild: Shutterstock / Von Peshkova

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