Diese digitalen Gauner nutzen die soziale Plattform, um mit scheinbar harmlosen Nachrichten in Facebook-Kommentaren an persönliche Daten zu gelangen oder Schadsoftware zu verbreiten.

Der Wolf im Schafspelz: Der „Friend Request Scam”

Eine verbreitete Methode dieser Online-Betrüger ist der sogenannte „Friend Request Scam“. Dabei erschleichen sich die Täter durch freundliche oder schmeichelhafte Kommentare das Vertrauen ahnungsloser Nutzer. Ihr Ziel? Eine Freundschaftsanfrage zu erhalten, um am Ende an private Informationen zu gelangen.

Screenshot Facebook-Kommentar
Screenshot Facebook-Kommentar

Einmal in der Freundesliste, sammeln sie Daten wie den vollständigen Namen, das Geburtsdatum, den Wohnort oder sogar den Arbeitgeber – alles digitales Futter für Identitätsdiebstahl und andere Betrügereien.

Warum bitten Betrüger um Freundschaftsanfragen, statt sie selbst zu senden?

In diesen Kommentaren findet sich eine immer wiederkehrende Taktik: Schmeichelei gegenüber dem Adressaten bei gleichzeitiger Bitte um eine Freundschaftsanfrage. Das ist kein Zufall. Es ist ein strategisches Vorgehen. Würden die Betrüger von sich aus eine große Anzahl von Freundschaftsanfragen verschicken, bestünde die Gefahr, dass dies vom Facebook-Algorithmus als Spamming-Aktivität erkannt und entsprechend blockiert würde. Diese Sicherheitsmechanismen umgehen sie geschickt, indem sie um Freundschaftsanfragen bitten.

Klick mit Tücke: Gefahr durch Links und Malware

Doch nicht nur persönliche Daten stehen auf dem Spiel. Viele dieser Betrüger verbreiten in ihren Kommentaren oder Nachrichten Links, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen. Doch Vorsicht: Sie können auf gefälschte Webseiten führen oder – schlimmer noch – schädliche Software, so genannte Malware, auf Ihrem Gerät installieren. Dies kann zu erheblichen finanziellen Schäden führen oder es Betrügern ermöglichen, Ihre persönlichen Daten zu stehlen.

Wenn aus der neuen Freundschaft ein Fiasko wird: Betrügereien und finanzielle Verluste

Betrüger nutzen die über Fake-Profile geknüpften digitalen Beziehungen oft auch als Basis für weitere Betrugsmaschen. Sie locken ihre neuen „Freunde“ mit verlockenden Investitionsmöglichkeiten oder Gewinnspielen. Die Wahrheit ist jedoch oft bitter, denn hinter den vermeintlich exklusiven Angeboten steckt die Absicht, Sie um Ihr Geld zu bringen oder zur Preisgabe von Informationen zu verleiten, die später gegen Sie verwendet werden können.

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Sicheres Social Networking: Schützen Sie sich mit diesen Tipps

  • Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Nehmen Sie Freundschaftsanfragen nur von Personen an, die Sie persönlich kennen.
  • Datenschutz an erster Stelle: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook und schränken Sie den Zugang zu Ihren Informationen ein.
  • Skepsis statt Naivität: Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Ihnen Unbekannte schmeichelhafte Nachrichten schicken oder Sie um Freundschaft bitten.
  • Zuerst denken, dann klicken: Vermeiden Sie es, auf Links zu klicken, die Ihnen verdächtig erscheinen, und geben Sie niemals persönliche Informationen an Unbekannte weiter.
  • Gemeinsam gegen Betrug: Melden Sie verdächtige Profile und Kommentare sofort an Facebook, um auch andere Nutzer zu schützen.

Fazit: Achtung vor schmeichelnden Kommentaren

Die Bedrohung durch gefälschte Profile und betrügerische Kommentare auf Facebook ist real und erfordert ständige Wachsamkeit von uns Nutzern. Wenn wir uns der versteckten Gefahren bewusst sind, die sich hinter freundlich erscheinenden Kommentaren und Anfragen verbergen, können wir uns effektiver schützen und unsere persönlichen Daten sichern.

Sicherheit in sozialen Medien ist eine gemeinsame Verantwortung. Durch proaktives Handeln und die Nutzung verfügbarer Sicherheitstools können wir dazu beitragen, Betrugsversuche zu reduzieren und ein sichereres Online-Umfeld für alle zu schaffen.

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