„Lass dich besamen damit deine Kinder in wenigen Jahren nicht rassistisch verfolgt werden“[sic].
Dieser Satz provoziert auf einem Sharepic. Er ist sichtbar neben dem Logo des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angebracht. Über dem Satz sieht man eine blonde Frau mit heller Hautfarbe, umringt von mehreren Männern mit dunkler Hautfarbe. Die Männer schauen die Frau interessiert an.
Die dargestellte Szene erweckt natürlich ein bestimmtes Gedankenbild (Mindsetting): Deutsche Frauen sollen sich lüsternen Migranten unterwerfen und mit ihnen den Geschlechtsakt vollziehen. Der in roter Schrift dargestellte Satz „Lass dich besamen damit deine Kinder in wenigen Jahren nicht rassistisch verfolgt werden“[sic] verschärft dieses Bild sogar, da er eine zynische Botschaft trägt.

Diese Botschaft ist recht deutlich und basiert auf den Narrativen des Bevölkerungsaustauschs: Wer sich dem Austausch, bzw. einer Überfremdung nicht beugt (hier: durch das Zeugen von Kindern mit Migranten), wird in Zukunft selbst eine verfolgte Minderheit sein.
Lösen wir auf
Dieses Bild in Form eines Inserats ist ein Fake. Es stammt nicht vom BAMF. Es steht auch in keiner Verbindung mit dem BAMF, sondern nutzt das Logo missbräuchlich. Beginnen wir mit der Herkunft des Bildes:
Der obere Teil des Bildes zeigt die Pornodarstellerin Hillary Scott. Es handelt sich um ein Foto, welches beispielsweise als Cover zum Film „Hole in the dark (The Candy Shop)“ genutzt wird (vergleiche hier).
Das gesamte Sharepic trägt rechts in der Mitte den Satz „In Satira by Uwe Ostertag“. Diesen Schriftzug findet man in der Regel dann wieder, wenn es sich um eine Bildkomposition aus den Händen von Uwe Ostertag handelt. Bei Ostertag handelt es sich um einen selbsternannten Troll (vergleiche). Er nimmt gerne tendenziös aktuelle Themen und legt dann Politikern oder Institutionen Zitate in den Mund, die sie nie gesagt haben. Diesen Vorgang deklariert er als Satire, es ist jedoch sehr zweifelhaft, ob hier wirklich eine Satire vorliegt (vergleiche).
Ungewöhnlich ist hier lediglich die Platzierung des Schriftzugs „In Satira by Uwe Ostertag“, da dieser sich auf anderen Sharepics von Ostertag im Regelfall am Bildrand oben oder unten befindet.
Hinweis
Das Bild wurde nicht zum ersten Mal in einem falschen Zusammenhang verwendet. Es dürfte sich augenscheinlich recht gut eignen, um Ressentiments zu schüren, so dass es bereits im August 2016 in einem recht ähnlichen Kontext auftauchte (wir haben berichtet).
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du die Bedeutung fundierter Informationen schätzt, werde Teil des exklusiven Mimikama Clubs! Unterstütze unsere Arbeit und hilf uns, Aufklärung zu fördern und Falschinformationen zu bekämpfen. Als Club-Mitglied erhältst du:
📬 Wöchentlichen Sonder-Newsletter: Erhalte exklusive Inhalte direkt in dein Postfach.
🎥 Exklusives Video* „Faktenchecker-Grundkurs“: Lerne von Andre Wolf, wie du Falschinformationen erkennst und bekämpfst.
📅 Frühzeitiger Zugriff auf tiefgehende Artikel und Faktenchecks: Sei immer einen Schritt voraus.
📄 Bonus-Artikel, nur für dich: Entdecke Inhalte, die du sonst nirgendwo findest.
📝 Teilnahme an Webinaren und Workshops: Sei live dabei oder sieh dir die Aufzeichnungen an.
✔️ Qualitativer Austausch: Diskutiere sicher in unserer Kommentarfunktion ohne Trolle und Bots.
Mach mit und werde Teil einer Community, die für Wahrheit und Klarheit steht. Gemeinsam können wir die Welt ein bisschen besser machen!
* In diesem besonderen Kurs vermittelt dir Andre Wolf, wie du Falschinformationen erkennst und effektiv bekämpfst. Nach Abschluss des Videos hast du die Möglichkeit, dich unserem Rechercheteam anzuschließen und aktiv an der Aufklärung mitzuwirken – eine Chance, die ausschließlich unseren Club-Mitgliedern vorbehalten ist!
Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

