Dass die Masche mit dem Liebesbetrug funktioniert, zeigt ein aktueller Fall aus Ludwigsburg, bei dem knapp 70.000 Euro ergaunert wurden.

Eine intensive Betrugswelle in Sachen Love Scamming rollt seit Monaten über Deutschland hinweg. Immer mehr Opfer melden sich bei der Polizei aufgrund betrügerischer Tätigkeiten im Internet.

So erschlich sich ein Romance Scammer über mehrere Monate hinweg das Vertrauen einer Frau aus Rutesheim und ergaunerte knapp 70.000 Euro von ihr.

Den Betrüger lernte sie im Mai vergangenen Jahres über eine Internet-Plattform kennen. Er gab sich als Marinesoldat aus, berichtete von einem größeren Vermögen in den USA und gaukelte ihr eine unbeschwerte gemeinsame Zukunft vor. Unter dem Vorwand, mit finanzieller Unterstützung an sein Vermögen zu kommen, schaffte er es schließlich, sie zu mehreren Überweisungen auf verschiedene europäische Konten zu überreden zu kommen.

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Erst nachdem der vereinbarte persönliche Kontakt mehrmals mit unterschiedlichen Ausreden verschoben worden war, erkannte die Frau den Betrug und meldete sich bei der Polizei.

Romance- oder Love-Scammer erkennen

  1. An der Kontaktaufnahme: Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel. Da die Betrüger oft mit deutschen Mailadressen arbeiten, ist selten ersichtlich, dass sich hinter den netten Zeilen ein Scammer verbirgt. Finger weg von Chatnamen mit ungewöhnlichen Zeichen (z.B. Prozentzeichen) – diese schicken mit ihren Nachrichten Software mit, die dem Computer schaden kann.
  2. An der Sprache: Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Insider gehen davon aus, dass rund 95 Prozent der englisch sprechenden Kontakte auf deutschen Dating-Seiten Romance- oder Love-Scammer sind. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.
  3. An den Bildern: Scamm-Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind, während Scamm-Männer häufig Fotos von uniformierten Männern nutzen.
  4. Am Inhalt der Mails: Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit ellenlangen Briefen voller schwülstiger Liebesschwüre. An den überbordenden Liebeserklärungen und Liebesbekundungen sind sie leicht zu erkennen. Aber es geht auch anders: Seriös wirkende Mails sollen das Interesse wecken. Oft wollen die Scammer alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielt immer eine Rolle. Wichtig: Die Scammer bezeichnen ihre neuen Partner schon bald als „Ehemann“ oder „Ehefrau“ und schmieden Heiratspläne. Deswegen scheint die Bitte um ein Visum oder ein gemeinsames Konto gerechtfertigt.
  5. An Verbindungen nach Westafrika/Russland/Südostasien: Ob Geschäftsreise oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw. Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen / südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.
  6. An Bitten um Geld / Visum / Päckchen- oder Briefversand / gemeinsames Konto: Es gibt viele Gründe, das Opfer um Geld zu bitten. Weigert es sich, Geld zu schicken, finden Betrüger andere Wege. Gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen, gehören dazu. Momentan sehr stark ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Einladung nach Deutschland. Hier wollen die Betrüger nicht nur auf Kosten ihrer Opfer leben, sondern auch weiterhin im Auftrag der Nigeria Connection tätig sein. Die Betrüger schaffen es auch, geschickt die Opfer für ihre Zwecke zu missbrauchen, beispielsweise sollen diese Briefe oder Päckchen an dritte Personen verschicken. Scam-Frauen erbetteln sich häufig Einladungen nach Deutschland. Oft geben die Betrüger vor, ein gemeinsames Konto mit dem Opfer eröffnen zu wollen und bitten um Kopien von Ausweisen. Die Daten werden für Fälschungen von Pässen genutzt.

Tipp: Umfangreiche Informationen und Verhaltenshinweise rund um das Thema Scamming finden Sie im Internet unter Polizei Beratung.

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Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg
Artikelbild: Artur Szczybylo / Shutterstock


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