Die Meinungsfreiheit ist eines der Grundrechte, die in modernen Demokratien hochgehalten und geschützt werden. Sowohl Deutschland als auch Österreich garantieren dieses Recht in ihren Verfassungen. Dennoch gibt es Grenzen der Meinungsfreiheit, insbesondere wenn es um Lügen und Falschaussagen geht. Diese Grenzen können je nach rechtlichem Rahmen variieren, was sich in den unterschiedlichen rechtlichen Ansätzen der beiden Länder widerspiegelt.


Erklärungen

  • Meinungsfreiheit

Die Meinungsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht, das es jedem Einzelnen erlaubt, seine Meinung ohne Einschüchterung oder Angst vor Strafe frei zu äußern. Dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen ohne Rücksicht auf Grenzen zu äußern, zu verbreiten und zu empfangen. Es schließt auch die Freiheit ein, Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln zu suchen und zu empfangen. In vielen demokratischen Gesellschaften, so auch in Deutschland und Österreich, ist die Meinungsfreiheit in der Verfassung verankert.

Die Meinungsfreiheit ist jedoch kein absolutes Recht. Es gibt gesetzliche Einschränkungen, um andere Grundrechte wie die Würde, Ehre und Privatsphäre anderer Menschen, die nationale Sicherheit, die öffentliche Ordnung, Gesundheit und Moral zu schützen.

  • Lügen

Lügen ist die bewusste Verbreitung von Unwahrheiten. Eine Lüge ist eine Aussage, die mit dem vollen Wissen und der Absicht gemacht wird, dass sie falsch ist, um eine andere Person oder Gruppe in die Irre zu führen. Lügen können im rechtlichen Sinne strafbar sein, wenn sie dazu dienen, den Ruf einer anderen Person zu schädigen (z.B. durch üble Nachrede) oder wenn sie dazu dienen, eine rechtswidrige Tat zu begehen oder zu verschleiern.

  • Falschaussagen

Falschaussagen sind Behauptungen oder Aussagen, die objektiv falsch oder unrichtig sind. Im Gegensatz zu Lügen, bei denen eine Absicht vorliegen muss, können Falschaussagen auch unbeabsichtigt gemacht werden, z.B. aufgrund von Missverständnissen, Irrtümern oder Fehlinformationen. Im rechtlichen Kontext können Falschaussagen je nach den konkreten Umständen und dem Kontext als strafbar angesehen werden, wenn sie dazu dienen, jemanden zu täuschen oder zu betrügen, insbesondere in Fällen, in denen dadurch ein materieller oder immaterieller Schaden verursacht wird.

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Das rechtliche Grundgerüst: Deutschland

In Deutschland ist die Meinungsfreiheit im Grundgesetz (Artikel 5) verankert. Sie erlaubt jedem Individuum, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Allerdings ist diese Freiheit nicht uneingeschränkt. Verleumdung, üble Nachrede oder die Verbreitung offensichtlicher Unwahrheiten können unter das Strafrecht fallen (§§ 185 bis 187 StGB). Hier ist der zentrale Punkt die Schädigung des Ansehens einer anderen Person durch bewusst falsche Aussagen.

Das rechtliche Grundgerüst: Österreich

Österreich gewährt ebenfalls die Meinungsfreiheit gemäß Artikel 13 des Staatsgrundgesetzes von 1867. Aber ähnlich wie in Deutschland, gibt es auch hier Beschränkungen. Strafrechtliche Konsequenzen können sich beispielsweise aus übler Nachrede (§ 111 StGB) oder Verleumdung (§ 297 StGB) ergeben. Außerdem hat Österreich den Tatbestand der Verhetzung (§ 283 StGB) ins Strafrecht aufgenommen, der die Verbreitung von Hassreden und Falschinformationen sanktioniert.

Beispiele zur Veranschaulichung

  • Beispiel 1 – Falsche Gesundheitsinformationen: Nehmen wir an, ein Nutzer verbreitet in sozialen Medien die Behauptung, dass eine bestimmte Impfung schwere Gesundheitsschäden verursacht, obwohl umfangreiche wissenschaftliche Beweise das Gegenteil belegen. Diese Falschaussage könnte als Verleumdung gesehen werden, da sie dazu dienen könnte, den Ruf der herstellenden Pharmaunternehmen zu schädigen.
  • Beispiel 2 – Verleumdung von Individuen: Ein anderer Nutzer behauptet fälschlicherweise, dass ein bestimmter Politiker Korruption begangen hat, ohne jegliche Beweise dafür zu haben. Diese Art von Falschaussage kann als üble Nachrede oder Verleumdung angesehen werden, je nachdem, ob die Falschbehauptung in böswilliger Absicht oder aus Unwissenheit heraus verbreitet wurde.
  • Beispiel 3 – Verhetzung: Stellen Sie sich einen Nutzer vor, der vorsätzlich Falschinformationen über eine ethnische Gruppe verbreitet, um Hass zu schüren. Diese Art von Aussage würde in Österreich unter den Tatbestand der Verhetzung fallen und könnte daher strafrechtlich verfolgt werden.
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Fazit: Es ist wichtig zu betonen, dass Meinungsfreiheit nicht dasselbe ist wie die Freiheit, Lügen oder Falschaussagen zu verbreiten. Diese feine Unterscheidung hat große Auswirkungen auf den Schutz der individuellen Rechte und der öffentlichen Ordnung. Daher ist es von zentraler Bedeutung, ein Gleichgewicht zwischen der Wahrung der Meinungsfreiheit und der Verhinderung von schädlichen Unwahrheiten zu finden. Das ist eine kontinuierliche Herausforderung sowohl für die Rechtssysteme als auch für die Gesellschaft als Ganzes.

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