Es ist, als würde man im Dunkeln auf ein Spielzeug treten: unerwartet, schmerzhaft und völlig unerwünscht. Man war online, hat etwas gekauft, jemandem vertraut oder an einem Gewinnspiel teilgenommen. Und plötzlich: Betrogen. Betrug im digitalen Raum ist weit verbreitet und leider nur allzu bekannt. Doch genauso schmerzhaft wie der Betrug selbst ist oft die Kritik, die darauf folgt.

„Selbst schuld“ oder “Wer da mitspielt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren”: Der Vorwurf, der keiner sein sollte! Jeder hat es schon einmal gelesen oder gehört: „Warum bist du auch so naiv?“ oder „Wie konnte das nur passieren?“. Die Liste solcher verletzenden Kommentare, die oft gut gemeint, aber schlecht gemacht sind, ist lang. Das Problem ist, dass solche Kommentare nicht nur unnötig sind, sondern auch die Opfer von Betrug doppelt bestrafen.

Täuschung & Betrug im Netz: Wenn Scham auf Schuldzuweisungen trifft
Täuschung & Betrug im Netz: Wenn Scham auf Schuldzuweisungen trifft

Betrug, insbesondere im digitalen Raum, ist raffinierter als viele denken. Hacker und Betrüger verfeinern ihre Taktiken ständig. Sie zielen nicht immer auf „naive“ oder „leichtgläubige“ Menschen ab. Manchmal fallen gerade die Vorsichtigen und technisch Versierten darauf herein.

Vom Virtuellen ins Reale: Wenn Online-Betrug persönlich wird

Love-Scamming – ist eine Form des Betrugs, die in den letzten Jahren rasant zugenommen hat. Das Prinzip: Jemand gibt sich online als potenzieller Partner aus, erschleicht sich das Vertrauen des Opfers und bringt es schließlich um Geld. Das Tragische daran? Die Opfer verlieren nicht nur ihr Geld, sondern auch ihr Herz. Und was kommt danach? Kommentare wie: „Wie konntest du jemandem vertrauen, den du nie getroffen hast?

Es ist nicht die Technologie oder das Medium, das uns betrügt. Es sind Menschen, die ihre Fähigkeiten nutzen, um andere zu betrügen.

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Falsche Gewinnspiele und falsche Werbung: Die Masche mit der Gier

Es klingt zu gut, um wahr zu sein: Ein unglaublicher Gewinn für wenig Aufwand. Und doch fallen Tausende darauf herein. Nicht immer ist es Gier oder Naivität. Manchmal ist es einfach die Hoffnung auf ein bisschen Glück im Leben.

Kritiker fragen oft: „Warum hast du nicht vorher recherchiert?“ Aber in einer Welt, in der Informationen in Sekundenschnelle verfügbar sind, kann es schwierig sein, Wahrheit von Fiktion zu unterscheiden.

Der schmale Grat zwischen Hilfe und Verunglimpfung

Kritik und Kommentare sollen eigentlich helfen und informieren. Allzu oft werden sie jedoch dazu benutzt, andere herabzusetzen oder zu beschämen. Das Internet bietet leider auch eine Plattform für solche negativen Äußerungen. Die Anonymität des Internets verleitet manche Menschen dazu, Dinge zu sagen, die sie im realen Leben nie sagen würden.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Opfer von Online-Betrug schon genug leiden. Zusätzliche Kritik, insbesondere wenn sie unsensibel oder beschämend ist, kann nur noch mehr Schaden anrichten.

Fazit: Ein Umdenken ist erforderlich

Opfer von Online-Betrug zu werden ist schmerzhaft genug. Die zusätzliche Belastung durch Scham und Kritik von Fremden oder sogar Freunden und Familie kann überwältigend sein. Es ist an der Zeit, dass wir als Gesellschaft verstehen, dass jeder zum Opfer werden kann, unabhängig von Alter, Bildung oder technischem Wissen. Statt zu beschuldigen oder zu beschämen, sollten wir Unterstützung und Empathie zeigen. Nur so können wir gemeinsam gegen die wachsende Flut von Online-Betrug vorgehen.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)