Zu Döner verarbeitet? Seit Jahren unbestätigt!

Andre Wolf, 10. September 2018
Zu Döner verarbeitet? Seit Jahren unbestätigt!
Zu Döner verarbeitet? Seit Jahren unbestätigt!

Seit Jahren schon treffen wir immer wieder auf die Geschichte, dass Moslems ein Mädchen vergewaltigt und zu Dönerfleisch verarbeitet hätten.

Darüber schweigen angeblich die „Merkelmedien“, so lautet es. Hier muss man wissen, wann und wo die 14-Jährige verschwunden ist. Es handelt sich nämlich um einen Vorfall aus dem Jahr 2003. Die damals 14-jährigen Charlene Downes (England), die 2003 laut Vorwürfen vergewaltigt, dann zerhackt und dann als Dönerfleisch verkauft worden sein soll, wird an dieser Stelle thematisiert.

Der ganze Prozess dazu ist 2009 mit einem Freispruch aus Formfehlern zunächst geendet, jedoch gab es 2017 eine Festnahme – und jetzt taucht diese Geschichte wieder in den sozialen Netzwerken auf. Dazu wurde vor Jahren bereits durch den Blog Halle-Leaks ein Meme gestaltet, welches häufig geteilt wird und auch jetzt wieder zu sehen ist:

 Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Der Blog führt eine Meldung aus der BZ an, die aus 2009 stammt. Dieser Artikel hat mittlerweile einen deutlichen Hinweis bekommen, welcher jedoch allzu oft ud sehr gerne überlesen wird:

Liebe Leserinnen und Leser, 

Da dieser Archiv-Artikel vom Oktober 2009 momentan häufig über soziale Medien geteilt wird, möchten wir noch diese aktuelleren Infos anfügen. Weiter haben wir die Zeile des Artikels mit einem Fragezeichen versehen, da es nie bewiesen werden konnte, was wirklich mit Charlene geschah:

Was ist geschehen?

Um diese unglaubliche Geschichte in kurze Worte zu fassen: 2003 verschwand die damals 14-jährige Charlene Downes spurlos.

Erst 2007 wurde ein Verfahren gegen einen Imbissbudenbesitzer eröffnet, der laut Anschuldigung das Mädchen vergewaltigt, zerhackt und am Ende als Dönerfleisch verkauft haben soll.

Die eingerichtet Sonderuntersuchungskommission ging ans Werk holte Mengen an Beweismaterial ein, jedoch war dieses von zu schlechter Qualität, bzw. zu lückenhaft, um einen Täter eindeutig zu überführen.

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(Screenshot: BBC News)

2009 kam dann der Freispruch – zu viele Ermittlungspannen. In den Jahren darauf hat die englische Polizei zwar immer wieder Verdächtige festgenommen und verhört, jedoch wurde ein Täter nie ermittelt.

Letzter Stand: 2017

Im August 2017 wurde veröffentlicht, dass ein 51-jähriger Mann inhaftiert wurde. Die BBC unter anderem schrieb dazu:

A 51-year-old man has been arrested on suspicion of murdering teenager Charlene Downes who disappeared more than a decade ago.
(Ein 51-jähriger Mann wurde wegen des Verdachts des Mordes an der Teenagerin Charlene Downes verhaftet, die vor mehr als einem Jahrzehnt verschwunden ist.)

Doch auch nach dieser Inhaftierung konnte nicht nachgewiesen werden, dass Downes zerhackt und am Ende als Dönerfleisch verkauft wurde.

Zweifel an der aktuellen Welle

Es machte uns sehr stutzig, warum auf einmal wieder Interesse an diesem Inhalt entstanden ist. Die aktuelle Welle steht jedoch in Zusammenhang mit einer Statusmeldung, die wir eher für zweifelhaft halten:

 Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Das Profil, die Schreibweise und die Art, wie hier die Statusmeldung veröffentlicht wurde, lassen auf einen Fake schließen, vielleicht gar auf eine false flag Aktion. Die Intention ist schwierig zu sortieren.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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