Fast alle von uns fürchten sich vor der nächsten Energieabrechnung. Noch ist nicht wirklich abschätzbar, wie sich die Preise entwickeln werden und da fast alle von uns im warmen, gemütlichen Luxus aufgewachsen sind, können wir uns gar nicht richtig vorstellen, wie es nun mit weniger warmen Luxus durch den Winter gehen soll. Deshalb haben wir hier ein paar Energiespartipps für euch gesammelt:

Energiespartipps

Heizkörper immer durchlaufen lassen, oder abschalten?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Ist es energiesparender, die Heizungen auch dann laufen zu lassen, wenn man sich nicht im Haus befindet oder ist es besser abzudrehen, sobald man das Haus verlässt. Martin Brandis vom Energieberatungsteam der Verbraucherzentrale des Bundesverbands ist der Meinung: „Durchheizen ist die deutlich verbrauchsintensiver Maßnahme.“ Es sei also besser, die Heizung runterzudrehen, wenn unter Tags niemand in den Wohnräumen ist oder nachts die Räume nicht genutzt werden. Dennoch sollen die Innenräume mindestens 16 Grad haben. 

Wohnung nicht auf unter 16 Grad abkühlen lassen! 

Trotz allem sparen ist es sehr wichtig, dass ihr die Wohnung nicht unter 16 Grad abkühlen lasst, da es unter 16 Grad zur Schimmelbildung kommen kann. Zusätzlich ist es sehr wichtig auch bei kalten Außentemperaturen und bei Regen immer wieder ausgiebig und mit komplett geöffneten Fenstern durchzulüften. Wir haben hier einen Artikel über das Heizen und Lüften bei feuchtem Wetter für euch. 

Heizkörper nicht verdecken!

Achtet darauf, dass Heizkörper nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt sind. Denn „Heizkörper brauchen Freiheit“. Zusätzlich sollte man darauf achten, die Heizkörper regelmäßig zu entlüften. Hierfür ist ein kleiner Schlüssel notwendig, den man bestimmt auch bei Freunden oder Nachbarn leihen kann, wenn man selber keinen hat. Die Heizungsbauer:innen haben hier eine tolle Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Entlüften für euch kreiert. 

Nur ein Zimmer stärker erwärmen:

Grad zu Zeiten von Homeoffice sitzen wir doch fast den ganzen Tag in ein und denselben Raum. Deshalb ist es auch nicht notwendig, die gesamte Wohnung den ganzen Tag auf 22 Grad +/- zu heizen. Wichtig ist es auch, die Türen in der Wohnung zu schließen, besonders die zu eher kühleren Zimmern. Das spart bis zu 5 % der Heizkosten.

Außerdem muss zum Beispiel die Toilette nicht zwingend wohlig warm sein. Denkt daran, dass manche unserer Großeltern die Toilette noch im Hof hatten und dafür im Morgenmantel bei eisiger Kälte auf die Toilette gehen mussten. Klar ist es schöner, wenn es warm ist, aber es geht im Notfall eben auch mal anders. Nehmt es als Challenge – nur die Harten kommen durch!

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Eine Alternative – statt den ganzen Raum nur den Körper wärmen:

In Japan zum Beispiel gibt es selten Heizungen in den Wohnungen und zusätzlich sind die Häuser nur sehr spärlich gedämmt. Deshalb musste man Wege finden, nicht das ganze Zimmer zu heizen, sondern eher den Körper. In Japan gibt es beheizte Tische, die sich Kotatsu nennen. Unter der Tischplatte befindet sich ein Heizstrahler.

Da der Tisch zwei Tischplatten übereinander hat, kann eine Decke zwischen diesen zwei Tischplatten gelegt werden. Die Tische sind meist niedrig und man setzt sich auf ein Bodenkissen an den Tisch und hat die Beine unter der Decke und wärmt sich an dem kleinen durch Heizstrahler erwärmten Raum. Leider gibt es aktuell für solche Tische im europäischen Raum noch keinen Markt. Aber mit einfachen Mitteln kann man ähnliches auch hier schaffen:

  • Man kann sich z. B. auch unter Tags beim Arbeiten am Schreibtisch eine Decke über die Beine legen. Reicht diese Wärme noch nicht aus, so kann man auch eine Wärmflasche unter die Decke legen und erhält so ähnlich wie bei einer Kotatsu einen wärmenden Raum. 
  • Wer eine Wärmedecke besitzt, kann auch diese nutzen. Solltet ihr euch eine neue Heizdecke anschaffen, dann achtet auf die Energieeffizienzklasse (mehr dazu erfahrt ihr im nächsten Punkt). Denn es gibt große Unterschiede im Energieverbrauch bei elektrischen Geräten. Je mehr Watt eine Heizdecke hat, umso mehr Energie wird verbraucht. Stern.de hat Heizdecken verglichen. Hier geht es zu den Testergebnissen.

Achtet beim Kauf von elektrischen Geräten auf gute Energieeffizienzklassen!

Falls ihr neue Geräte anschaffen müsst, dann achtet unbedingt auf die Energieeffizienzklassen. Diese zeigen euch mittels einer Skala an, wie stromsparend oder stromfressend ein Gerät ist. Greift besser zu Geräten, die im grünen A- oder B-Bereich sind. 

Ein Tipp zum Homeoffice-Alltag:

Manchmal kann es schon ganz schön frisch, so stillsitzend am Schreibtisch werden. Dagegen helfen warme Getränke und Bewegung. Eine Runde um den Block zu drehen wärmt den Körper von innen wieder auf und falls es dann doch etwas mehr sein sollte, dann gibt es auf diversen Online-Portalen genügend Sportanleitungen für zwischendurch. Ganz schnell weichen die gefrorenen Eiskristalle den heißen Schweißperlen.

Besser kein Stand-by: 

TV und Co müssen nicht immer im Stand-by laufen. Das frisst unnötig Strom und könnte aktuell teurer werden als uns lieb ist. Lassen sich manche Geräte gar nicht mehr richtig ausschalten, so kann man mittels einer Steckdosenleiste mit Schalter ganz bequem die Geräte vom Stromnetz nehmen, wann immer man sie nicht benötigt.

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Beim Licht sparen:

Eine Wohnung muss nicht immer voll und ganz strahlend erleuchtet werden. Macht das Licht nur da an, wo ihr es wirklich braucht. Achtet darauf, welche Glühbirnen in euren Lampen sind. Ältere Glühbirnen verbrauchen deutlich mehr Strom als LEDs. Auch beim Kauf von LEDs gibt es Unterschiede, deshalb rät die Verbraucherzentrale auch hier auf die Energieeffizienzklassen zu achten. 

Möglichkeiten, um Warmwasser zu sparen:

Lang vor unserer Zeit hatten es nicht einmal Königinnen und Könige so exquisit bequem wie wir. Das Wasser kommt heutzutage zu jeder Tages- und Nachtzeit in gewünschter Temperatur aus dem Wasserhahn. Meist können wir ohne Limit baden und duschen, wie es das Herz begehrt. Doch muss das wirklich immer sein? Was könnt ihr machen, um Kosten beim Warmwasser zu sparen?

  • Wasserdurchflussbegrenzer selber einbauen: Sie kosten nur wenige Euros und sind in jedem Baumarkt erhältlich. Es handelt sich um kleine Einsätze, die bei jedem Duschkopf einfach und ohne handwerkliche Kenntnisse eingebaut werden können. Oft gibt es diese Einsätze in unterschiedlichen Farben für die unterschiedliche Höhe der Wasserbegrenzung. Man kann also selber entscheiden, ob man z. B. 20 %, 50 % oder 70 % weniger Wasser nutzen will. Tatsächlich ist das Duscherlebnis bei 70 % deutlich anders, aber an 50 % kann man sich gut gewöhnen und bei 20 % Ersparnis erkennt man fast keinen Unterschied zum normalen Duschen. 
  • Händewaschen funktioniert tatsächlich auch mit kaltem Wasser. Es macht also Sinn, beim Waschbecken nur kaltes Wasser aufzudrehen.
  • Duschen statt in die Badewanne. Vermutlich würde es unsere Haut danken, nicht ständig in der Badewanne mit diversen gut riechenden, aber bestimmt ganz schön chemischen Mittelchen eingeweicht zu werden. Statt in die Badewanne springt besser in die Dusche.
  • Kürzeres Duschen: Zugegeben, so ’ne lange ausgiebige warme Dusche ist schon etwas Feines. Und ab und zu sollte man sich auch so etwas gönnen. Aber für die tägliche Körperpflege ist es nicht nötig, extra lange zu duschen. Stellt euch einen Timer und nehmt es als Challenge. Weniger ist oftmals mehr. Und vermutlich werden wir nach 5 Minuten duschen auch nicht mehr großartig sauberer, wenn wir 20 Minuten unter dem Wasserstrahl stehen würden. 
  • Wäschewaschen: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz rät hierzu: „Für normal verschmutzte Buntwäsche genügen 30°C, für weiße Wäsche 40°C. Das 40°C-Programm spart im Vergleich zum 60°C-Programm rund 45 Prozent Strom! Nutzen Sie vor allem Energiesparprogramme (Eco-Programm); diese laufen zwar länger, sparen aber durch die niedrigeren Waschtemperaturen bei gleicher Reinigungsleistung am meisten Energie und Geld ein. Energieintensive Waschprogramme wie beispielsweise Vorwäsche oder ein zusätzlicher Schleudergang sind nur selten wirklich notwendig.“
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Monatliche Heiz- und Warmwasserverbrauchsübersicht beachten:

In Deutschland ist es seit diesem Jahr Pflicht, dass Vermieter ihren Mietern jeden Monat ihren aktuellen Verbrauch von Heizung und Warmwasser mitteilen müssen. Vorwiegend ist zusätzlich auch noch der Vergleich zu anderen Kunden in Prozenten angegeben. Hier lohnt es sich jeden Monat einen Blick auf diese Abrechnung zu werfen. Besonders, wenn man angefangen hat sein Verbrauchsverhalten zu verändern, ist es sehr spannend jeden Monat zu sehen, wie erfolgreich man war. Zusätzlich kann man dann gegebenenfalls noch nach weiteren Möglichkeiten suchen, um den Verbrauch zu optimieren.

Hier ein Tipp für alle Tierbesitzer:

Pelzige, haarende Tiere können hervorragende lebendige Wärme-„Flaschen“ sein. Aus eigener Hundemenscherfahrung kann ich sagen, dass der Hund jetzt nicht mehr aufs Sofa darf, sondern aufs Sofa muss … Zumindest dann, wenn der Hund oder die Katz nicht grade höllisch nass oder sich in ekeligen Sachen gesuhlt hat. Nutzt eure Tiere, um nicht zu frieren. Tiere wollen ohnehin nützlich sein, so bekommen eure Tiere eine wichtige verantwortungsvolle abendliche Aufgabe. Und schämt euch nicht, wenn ihr eure tierischen Wärme-“Flaschen“ auch nachts in euer Bett legt.

Eine Alternative zum Tier:

Nun, falls ihr nicht zu den glücklichen Tiermenschen gehört oder euch versehentlich für eine Schlange anstatt eines Hundes entschieden habt, dann geht leider kaum ein Weg an einer Partnerschaft vorbei. Sucht euch jemanden zum abendlichen Kuscheln.

Energiesparen und Soziales:

Trefft euch mit Freunden. Teilt gemeinsam geheizte Wohnzimmer. Kocht zusammen. Schaut gemeinsam Filme oder erzählt euch spannende Geschichten oder blöde Witze. Das hilft nicht nur gegen das körperliche Frieren, sondern erwärmt in der Regel auch das Herz und Gemüt.

Kommt gut durch den Winter! Und wie gesagt, nur die Harten kommen durch. Nehmt es als Challenge und spart so gut ihr könnt.

Quelle:

Utopia, Mimikama, Utopiadein-heizungsbauer.de, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, EFAHRER.com, stern.de, Umweltbundesamt, YouTube, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
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