KI kommt Dating-Schwindlern auf die Schliche

Eine neue Software mit Künstlicher Intelligenz (KI) entlarvt Betrüger auf Dating-Portalen. Das Programm arbeitet mit einer Trefferquote von 93 Prozent. Dieser Ansatz ist von Forschern des King’s College London  in Zusammenarbeit mit Kollegen der University of Bristol sowie der Boston University und der University of Melbourne  entwickelt worden.

Problem sehr aktuell

„Catfishing ist ein reales Problem. Studien zufolge sind circa zehn Prozent der Profile auf kostenlosen Dating-Seiten Fake und ein weiterer großer Anteil zumindest geschönt. Die Ziele hinter den Fakes liegen vor allem im monetären Bereich – so werden zum Beispiel Geldbeträge für angebliche Flugtickets ergaunert oder um Gebühren zu bezahlen. Geschickte Gauner mit passenden Opfern können so erstaunliche Summen ‚erwirtschaften'“, führt Social-Media-Berater Felix Beilharz gegenüber pressetext aus.

Auch Erpressung sei eine Option, die immer wieder vorkomme. „Nach einer Kennenlernphase und einem Vertrauensaufbau verabredet man sich zum Beispiel zum Video-Sex. Der Betrüger nimmt das Ganze auf und droht damit, das Video zu veröffentlichen, wenn kein Geldbetrag bezahlt wird. Mir ist sogar persönlich ein solcher Fall bekannt, der komplett zum Karriereende des Betroffenen geführt hat“, warnt Beilharz eindringlich. Von daher seien die Plattformen natürlich bemüht, Gegenmaßnahmen zu treffen. Künstliche Intelligenz ist da dem Experten zufolge ein vielversprechender Ansatz.

Gewisse Muster erkennbar

Das Forschungsteam hat ein neuronales Netzwerk trainiert, um Dating-Profile zu analysieren. Herangezogen wurden die Daten von der Webseite Dating ‚N More. Diese besteht aus 14.720 echten Profilen und 5.402 Fake-Seiten. Die Wissenschaftler haben 60 Prozent der Daten fürs Training, 20 Prozent für die Validierung und 20 Prozent zu Testzwecken genutzt. Anhand der gefälschten Profile konnten die Forscher gewisse Muster herauskristallisieren.

Das System besteht aus einem neuronalen Netzwerk zur Analyse von Profilbildern und einem sprachgenerierenden neuronalen Netzwerk zur Untersuchung des Textes in den Biographien der Menschen. Im Fokus stehen Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Beruf, Familienstand und Wohnsitz einer Person. Unter den Fake-Profilen waren etwa 60 Prozent Männer und 40 Prozent Frauen. Diese gefälschten Männer-Profile hatten ein Durchschnittsalter von 50 Jahren, während es bei den weiblichen Pendants ein Alter von 30 Jahren war.

Es gibt allgemeine Muster, die Betrüger verwenden, um ihre Profile attraktiver zu machen, unabhängig davon, welches Geschlecht sie vorgeben zu sein. Scheinprofile enthalten mehr Bilder und Texte mit „emotionaler Sprache“, wie etwa Menschen, die sich selbst als „fürsorglich“, „leidenschaftlich“ sowie „liebevoll“ beschreiben.


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