Fruchtgummis naschen viele gerne. In dem beliebten Snack stecken neben einer ganzen Menge Zucker allerdings oft auch Schlachtabfälle.

Was ist Gelatine?

In den meisten herkömmlichen Fruchtgummis dient Gelatine als Geliermittel. Gelatine wird aus Häuten, Knochen, Knorpeln und Sehnen verschiedener Tiere, vorwiegend Schweinen, gewonnen. In der Regel handelt es sich dabei um Schlachtabfälle. Diese Fleischreste werden unter Zugabe von Säuren und Laugen gekocht, um das Eiweiß Kollagen, die tierische Gelatine, zu gewinnen. Die Tiere, aus deren Schlachtabfällen Gelatine gewonnen wird, werden vor der Schlachtung häufig mit Soja gefüttert. Das hat zur Folge, dass in Anbauländern wie Brasilien Regenwald für Sojaanbauflächen gerodet wird. Auch der Herstellungsprozess von Gelatine ist nicht besonders umweltfreundlich: Er benötigt viel Wasser und Energie.

Wie werden vegane Fruchtgummis, hergestellt?

Bei veganen Fruchtgummis wird auf Kollagen als Geliermittel verzichtet. Stattdessen wird größtenteils Pektin verwendet, das aus Apfel- oder Zitrusschalen gewonnen wird. Neben Pektin werden vegane Fruchtgummis in der Regel Glukosesirup, Zucker, Wasser, Fruchtsäfte, Aromen und Farbstoffe zugesetzt. Die Zutaten werden gemischt und eingekocht. Die Fruchtgummimasse wird in Formen gefüllt und zum Schluss getrocknet.

Zuckerfalle Fruchtgummi

Sowohl herkömmliche als auch vegane Fruchtgummis sind wahre Zuckerbomben: Sie bestehen zu etwa 2/3 aus Zucker. Auf den Zutatenlisten finden sich oft Begriffe wie Rohrzucker, Dextrose, Fructose und Glucose. Dahinter verbirgt sich immer der gleiche Inhaltsstoff: Zucker. Wer auf einen ausgewogenen Zuckerkonsum achten will, kann sich an eine Faustregel halten: Alles, was auf die Handfläche passt, entspricht einer Portion Süßigkeiten, die man pro Tag essen darf. Alternativ kann man auf zuckerreduzierte Fruchtgummis zurückgreifen oder diese selbst herstellen.

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Vegane Fruchtgummis sind durch den Verzicht auf tierische Gelatine die nachhaltigere Wahl. Durch den Verzicht auf Gelatine werden Tierleid und Umweltschäden vermieden. Durch den wachsenden Markt für vegane Produkte entfällt auch der Kopplungseffekt: Weniger verkaufte Gelatine verhindert automatisch, dass Fleisch aufgrund der hohen Nachfrage billiger wird. Bei der Wahl eines Fruchtgummis mit Gelatine lohnt es sich, auf Bio-Siegel zu achten, um Umweltschäden zu begrenzen.

Faktencheck

Fruchtgummis sind ein beliebter Snack, aber es gibt Bedenken hinsichtlich der Inhaltsstoffe. Neben dem hohen Zuckergehalt wird auch die Verwendung von Schlachtabfällen befürchtet. In diesem Faktencheck gehen wir der Frage nach, ob diese Bedenken begründet sind.

Fakt 1: Gelatine als Hauptbestandteil


In vielen Fruchtgummis ist Gelatine der Hauptbestandteil, der für die typische Konsistenz sorgt. Gelatine wird aus tierischen Nebenprodukten gewonnen, meist aus Knochen, Sehnen und Häuten von Schlachttieren wie Schweinen und Rindern. Es ist daher richtig, dass einige Fruchtgummis Schlachtabfälle enthalten.

Fakt 2: Vegetarische und vegane Alternativen


Es gibt aber auch Fruchtgummis ohne Gelatine, die stattdessen pflanzliche Stabilisatoren und Verdickungsmittel wie Agar-Agar, Pektin oder Carrageen verwenden. Diese Alternativen sind für Vegetarier, Veganer und Menschen, die Schlachtabfälle vermeiden möchten, geeignet.

Fakt 3: Kennzeichnung auf der Verpackung


Auf der Verpackung von Fruchtgummis sind in der Regel die Inhaltsstoffe und die verwendeten Zutaten angegeben. So kann der Verbraucher leicht erkennen, ob ein Produkt tierische Nebenprodukte enthält oder nicht. Bei vegetarischen oder veganen Produkten ist dies oft explizit auf der Verpackung vermerkt.

Fakt 4: Bedenken hinsichtlich der Zuckerzufuhr


Neben der Verwendung von Schlachtabfällen ist es wichtig, sich des hohen Zuckergehalts von Fruchtgummis bewusst zu sein. Ein zu hoher Zuckerkonsum kann zu gesundheitlichen Problemen wie Karies, Übergewicht und Typ-2-Diabetes führen.

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Zusammenfassung: Es ist wahr, dass einige Fruchtgummis tierische Nebenprodukte wie Gelatine enthalten, die aus Schlachtabfällen gewonnen werden. Es gibt jedoch auch vegetarische und vegane Alternativen auf dem Markt. Um sicherzustellen, dass ein Produkt keine Schlachtabfälle enthält, sollten Verbraucher die Zutatenliste auf der Verpackung überprüfen. Unabhängig von der Zusammensetzung ist es ratsam, den Zuckerkonsum im Auge zu behalten und Fruchtgummis in Maßen zu genießen.

Weiterführenden Links
BzfE (2022): Gelier- und Verdickungsmittel
Verbraucherzentrale 2017: Von welchem Tier stammt Gelatine?
Ökotest 2014: 20 Gummibärchen im Test.

Credits
Autorin: Julia Müller
Moderation: Panagiotis Fotiadis
Redaktion (solisTV): Kathrin Gatzemeier
Redaktion (SWR): Cordelia Marsch und Katharina Voigt
Bildquelle: SWR

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)