Um ihre kriminellen Absichten zu verwirklichen, nutzen Betrüger geschickt die gut gemeinte Hilfsbereitschaft von Menschen aus. Vor allem auf Facebook werden immer wieder gefälschte Meldungen über angeblich vermisste oder entführte Kinder verbreitet. Dahinter steckt jedoch eine raffinierte Masche. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie sich davor schützen können, Opfer solcher Manipulationen zu werden.

Die Vermisstenmeldung als perfider Köder

Die Betrüger hinter diesen gefälschten Nachrichten sind äußerst geschickt darin, Emotionen und Mitgefühl zu wecken, um die Leser in ihre Falle zu locken. Die Vorgehensweise, vor der wir seit Jahren warnen, ist fast immer dieselbe: Die Betrüger nutzen gehackte Facebook-Accounts, um authentisch wirkende Hilferufe zu veröffentlichen. Diese enthalten oft Bilder von echten Kindern und eine herzzerreißende Geschichte, um die Aufmerksamkeit der Leser zu erregen.

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Die Meldung über die vermisste „Anna Fischer“ dürfte nicht nur mit Göttingen, sondern auch mit Tübingen in Verbindung gebracht worden sein, wie der Reutlinger General-Anzeiger berichtet. Auch dies ist nicht ungewöhnlich für diese Masche. Oftmals werden identische Fotos und Namen verwendet, um die Nachricht regional zu streuen – lediglich der Ort wird abgeändert, um eine örtliche Nähe zu den jeweiligen Nutzern herzustellen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Reaktionen – „Das ist doch hier bei uns!“ – der Nutzer und somit eine höhere Trefferzahl möglicher Opfer der Masche.

Oft bitten auch die vermeintlich verzweifelten Eltern darum, die Nachricht weiterzuleiten, um die Suche nach dem vermissten Kind zu beschleunigen.

Eine gefährliche Kombination aus Emotion und Technik

Doch Vorsicht ist geboten: Hinter den Links in den gefälschten Nachrichten lauern Gefahren. Die Betrüger nutzen Phishing-Seiten oder Schadsoftware, um persönliche Informationen oder Zugangsdaten auszuspähen. Um die vermeintliche Vermisstenmeldung zu sehen, werden die Opfer aufgefordert, sich erneut in ihr Facebook-Konto einzuloggen, obwohl sie von Facebook aus auf die gefälschte Seite gelangt sind.

Screenshot gefälschtes Facebook-Login
Screenshot gefälschtes Facebook-Login

Die verheerenden Folgen eines gekaperten Kontos

Wenn Nutzer ihre Zugangsdaten eingeben, spielen sie den Betrügern direkt in die Hände. Ein gekapertes Facebook-Konto kann weitreichende Konsequenzen haben:

  1. Identitätsdiebstahl: Persönliche Informationen werden missbraucht, was zu Betrug und finanziellen Verlusten führen kann.
  2. Phishing-Angriffe: Betrüger nutzen das gehackte Konto, um Freunde und Kontakte mit Phishing-Nachrichten zu täuschen.
  3. Verbreitung von Malware: Gehackte Konten werden zur Verbreitung schädlicher Software genutzt.
  4. Erpressung: Hacker erlangen Zugang zu privaten Inhalten und erpressen die Opfer.
  5. Rufschädigung: Beleidigende oder diffamierende Inhalte werden im Namen des Opfers veröffentlicht.
  6. Missbrauch von Zahlungsinformationen: Gespeicherte Zahlungsinformationen werden für unbefugte Käufe verwendet.
  7. Verlust von Kontrolle: Opfer verlieren Kontrolle über ihr Konto und möglicherweise über weitere Online-Konten.
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Schutzmaßnahmen gegen Betrugsversuche

Um sich vor dieser perfiden Masche zu schützen, ist Wachsamkeit geboten. Echte Vermisstenmeldungen werden in der Regel von offiziellen Stellen oder seriösen Medien veröffentlicht. Wenn Sie an einer Vermisstenmeldung zweifeln, recherchieren Sie bei offiziellen Quellen oder kontaktieren Sie die Polizei, bevor Sie die Meldung weiterverbreiten.

Falsche Vermisstenmeldung aufgedeckt

Im Fall von „Anna Fischer“ reichte eine Bilderrückwärtssuche, um herauszufinden, woher die Betrüger das Foto geklaut haben. Es ist ein offizielles Foto von Mandy Hoffmann, das in Medien verwendet wurde. Mandy hat 14-jährig das Abitur mit Note 1,0 absolviert, was durchaus für eine Berichterstattung spricht.

Fazit

Die Betrüger hinter gefälschten Vermisstenmeldungen nutzen geschickt die emotionale Bereitschaft der Menschen aus, um Zugang zu persönlichen Informationen und Konten zu erhalten. Die Opfer sind oft unwissentlich in die Falle getappt und haben ihre Zugangsdaten preisgegeben. Es ist von höchster Bedeutung, wachsam zu sein und die Glaubwürdigkeit von Nachrichten zu überprüfen, bevor Sie handeln. Lassen Sie sich nicht von manipulativen Betrügern täuschen, sondern setzen Sie auf Aufklärung und verlässliche Informationsquellen.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)