Die Behauptung

Ein Screenshot eines angeblichen AfD-Gründungsvertrags, unterzeichnet von Angela Merkel, verbreitet sich in sozialen Medien. Dieser Vertrag suggeriert eine Gründung der AfD durch Merkel und eine mögliche Überführung in die CDU.

Unser Fazit

Der Screenshot ist eine Satire vom Blog „Der Postillon“ und hat keinen Bezug zur Realität. Die AfD wurde unabhängig von Merkel gegründet, und die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.

In den sozialen Medien kursiert zum wiederholten Male der Screenshot eines angeblichen Gründungsvertrags der Alternative für Deutschland (AfD), der für Aufsehen sorgt. (Wir haben darüber bereits 2021 HIER berichtet.) Laut diesem Dokument soll niemand Geringeres als die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel die AfD ins Leben gerufen haben.

Screenshot Facebook vom 12.02.2024
Screenshot Facebook vom 12.02.2024

Zusätzlich beinhaltet der Vertrag eine Klausel, die im Falle einer Auflösung der AfD deren Übergehung in die Christlich Demokratische Union (CDU) vorsieht. Dieser angebliche Beweis einer politischen Verschwörung hat in den sozialen Netzwerken, insbesondere auf Facebook und Telegram, für viel Diskussion gesorgt. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter dieser Behauptung?

Um was geht es eigentlich?

Die Verbreitung des Screenshots zielt darauf ab, eine direkte Verbindung zwischen Angela Merkel und der Gründung der AfD herzustellen. Diese Behauptung impliziert nicht nur eine politische Strategie hinter der Existenz der AfD, sondern stellt auch die politische Unabhängigkeit und Integrität beider Parteien infrage. Der Screenshot suggeriert, dass Merkel als Gründerin der AfD agierte und sogar das Recht besäße, ohne Zustimmung der AfD-Mitglieder Vertragsänderungen vorzunehmen. Eine solche Darstellung könnte weitreichende politische Diskussionen und Spekulationen auslösen.

Unsere Bewertung zum Merkel-AfD-Vertrag

Eine detaillierte Untersuchung enthüllt schnell den Ursprung des Screenshots: Er stammt von der Satire-Webseite „Der Postillon“.

Screenshot Webseite "Der Postillon"
Screenshot Webseite „Der Postillon“

Diese Seite ist bekannt dafür, fiktive Nachrichten und Artikel zu veröffentlichen, die oft humoristisch oder satirisch politische und gesellschaftliche Ereignisse kommentieren. „Der Postillon“ selbst betont, dass sämtliche Inhalte erfunden sind und keine realen Begebenheiten widerspiegeln. Dies stellt klar, dass der besagte Screenshot keinerlei Wahrheitsgehalt besitzt und lediglich als satirische Kommentierung der politischen Landschaft Deutschlands zu verstehen ist.

Fakten zum AfD-Gründungsmythos

Die tatsächliche Gründung der AfD fand im Februar 2013 in Oberursel statt, ohne jegliche Beteiligung Angela Merkels oder der CDU. Sowohl die historischen Dokumente als auch Aussagen der CDU selbst widerlegen jegliche Behauptungen einer Zusammenarbeit oder gar Gründung der AfD durch die CDU. Die CDU hat wiederholt betont, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD einen Bruch ihrer christdemokratischen Werte darstellen würde. Die Verbreitung des gefälschten Gründungsvertrags kann somit als Versuch gesehen werden, politische Narrative zu manipulieren und die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Fragen und Antworten zum Merkel-AfD-Vertrag:

Frage 1: Ist der AfD-Gründungsvertrag mit Merkels Unterschrift echt?
Antwort 1: Nein, der Vertrag ist eine satirische Erfindung von „Der Postillon“.

Frage 2: Hat Merkel die AfD gegründet?
Antwort 2: Nein, die AfD wurde unabhängig von Merkel und der CDU gegründet.

Frage 3: Gibt es eine politische Verbindung zwischen CDU und AfD?
Antwort 3: Die CDU hat eine Zusammenarbeit mit der AfD explizit ausgeschlossen.

Frage 4: Warum wurde der gefälschte Vertrag verbreitet?
Antwort 4: Er dient wahrscheinlich als satirische Kommentierung der politischen Landschaft.

Frage 5: Wie sollte man mit solchen Falschinformationen umgehen?
Antwort 5: Mit kritischer Prüfung und Verweis auf verlässliche Quellen und Faktenchecks.

Fazit zum Merkel-AfD-Vertrag

Der angebliche Gründungsvertrag der AfD mit der Unterschrift von Angela Merkel ist eine satirische Erfindung und spiegelt nicht die politische Realität wider. Solche Falschinformationen unterstreichen die Bedeutung kritischer Medienkompetenz und der Überprüfung von Quellen im digitalen Zeitalter. Es ist essenziell, solche Behauptungen sorgfältig zu hinterfragen und sich auf verlässliche Informationen zu stützen.

Mimikama-Tipp

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Quelle: Postillion

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  • Gelb (Vorsicht/Unbewiesen/Fehlender Kontext/Satire): Für Inhalte, deren Wahrheitsgehalt unklar ist, die mehr Kontext benötigen oder satirisch sind.
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