SWR Marktcheck hat drei Aussagen von Werbungen auf ihre Plausibilität überprüft. Hier die Ergebnisse:

Pflaster, die entgiften können?

Detox-Pflaster können den Körper angeblich entgiften, wenn man sie auf die Fußsohlen klebt. Zehn Paar kosten 17,95 Euro.

Laut Dermatologe Sebastian Kahl gibt es im Körper viele unterschiedliche Gifte, die an unterschiedlichen Stellen gespeichert werden. Dafür bräuchte man viele Mechanismen, um diese Gifte zu bekämpfen. Das könne ein Pflaster allein nicht schaffen.

Giftstoffe entfernen durch Schweiß?

Der Hersteller Nuubu wirbt auf seiner Webseite, dass die Pflaster die natürliche Art des Körpers unterstützen würde, Giftstoffe durch aktivierte Schweißdrüsen zu entfernen.

Giftstoffe treten in geringen Mengen im Schweiß auf, sagt der Dermatologe. Das heißt aber nicht, dass Schweiß eine Entgiftungsfunktion habe. Die sei hauptsächlich bei der Leber oder Niere.

Irreführende Werbungsaussagen

Die Pflaster verfärben sich durch einen Trick: Einer der Inhaltsstoffe – Holzessig – wird schwarz, sobald er mit Wasser in Kontakt kommt. Schuld an der Verfärbung ist also die Feuchtigkeit unserer Füße und nicht etwa Gift.

Der Hersteller teilt mit, dass sie nicht gegen geltende Gesetze oder Vorschriften verstoßen. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hält einige Werbungsaussagen allerdings sehr wohl für irreführend. Eine Verfolgung sei aber schwierig, weil der Anbieter im Ausland sitzt.

Kann eine Babymütze elektromagnetische Strahlung abschirmen?

In der Babymütze sollen Silberfäden vor Strahlung schützen. Der Preis: 25,90 Euro. Das Versprechen der Traditionsmarke Petit Bateau im Online-Shop: „99,5 Prozent der elektromagnetischen Strahlung wird blockiert.“

Für die Abschirmung elektromagnetischer Strahlung müsse man einen Ganzkörperanzug tragen und zusätzlich sein Gesicht schützen, sagt Physiker Eugen Wintersberger.

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Hält der Fußretter, was er verspricht?

Das bearbeitete Stück Holz mit Übungsanleitung kostet 49,90 Euro. Bei „Fußschmerzen und/oder Fehlstellungen wie Knick-, Senk-, Spreizfuß, Hallux valgus, Fersen- und Vorfußproblemen“ soll es die Füße retten.

Die Broschüre enthält wertvolle Tipps, sagt Sport- und Bewegungswissenschaftler Domenico Gurzi. Das Stück Holz sei hochwertig gemacht. Ob es aber wirklich ein Fußretter sei, ist fraglich. Man müsse mit solchen Versprechen vorsichtig sein.

Die Gang-Analyse nach der ersten Stunde Fußabtreter zeigt: Der Tester hat eine stärkere Disbalance als vorher. Das heißt, er habe zu viel Druck auf dem rechten Fuß im Verhältnis zu links, erklärt Gurzi – es habe sich also verschlechtert.

Meinung eines Arztes einholen

Publizistin und Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun hat einen wertvollen Tipp: Wenn Freunde und Angehörige Produkten mit Heilversprechen und Schutz vor angeblichen Gefahren verfallen, ist vor allem eines wichtig: Bei medizinischen Produkten solle man weiterhin zum Arzt gehen und hören, was er zu sagen habe. Also genau aufpassen, wie viel Geld man für welches Produkt besser nicht ausgibt.

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Hinweis: Dieses Video ist eine Auskopplung aus der Sendung vom 31. Januar 2023: https://youtu.be/eVs-VFBP_os

Quelle:

SWR Marktcheck / Autoren: J. Radü, S. Splesnialy

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